burger im spieleschrank

[Hamburg. Samstagmorgen 6:20]

[GJ:] „Guten Morgen, Mami! Ich bin schon wach!“

[kneteeis:] „Oh. Ich noch nicht. Darf ich noch ein bisschen weiterschlafen?“[GJ:] „Ach Menno – ich wollte doch kuscheln…“

[kneteeis:] „Vielleicht später?“

[GJ:] „Na gut. Ich kann ja noch ein bisschen mit meiner Brio-Bahn spielen. Und Du darfst inzwischen mit dem Krümelmonster und mit Kermit kuscheln.“

[kneteeis:] „Hrmpflgrmpf.“

[Etwa 20 Minuten später. kneteeis:] „Jetzt bin ich auch wach.“

[GJ:] „Super! Ich komme! Können wir mit Krümelmonster und Kermit verstecken spielen?“

[kneteeis:] „Okay. Du versteckst, ich zähle.“

[GJ:] „Super! Und nachher nehmen wir Krümelmonster auch mit zum Einkaufen und kaufen Krümelmonsterkekse, okay?“

[kneteeis:] „Okay, meinetwegen. Wir müssen aber auch für abends einkaufen, da kommt ja Dein Freund mit seiner Mutter zum Raclette-Essen. Und ich möchte an diesem Wochenende unbedingt den Spieleschrank aufräumen.“

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Krümelmonster, versteckt.

[Hamburg. Samstagvormittag nach dem Einkaufen.]

[GJ:] „Jetzt bekommt erst einmal Krümelmonster seine Kekse.“

[kneteeis:] „Super! Warte kurz, damit ich das fotografieren kann!“

[GJ:] „Du musst mehrere Fotos machen. Erst von Monster mit der Tüte, dann so, dann so und dann so…“


[Berlin. Samstagmittag.]

[folienstern:] „Ach, jetzt habe ich in der Schule gar keine Fotos gemacht.“

[GM:] „Solltest Du auch nicht.“

[folienstern:] „Wie fandest Du diese Schule denn?“

[GM:] „Mega. Da möchte ich hin.“

[folienstern:] „Warum denn?“

[GM:] „Weil man da so viel aussuchen kann. Und man wird so richtig gefordert.“

[folienstern:] „Mhm. Ich fand’s auch ganz gut. Komm, jetzt gehen wir noch ein bisschen einkaufen. Und Du kannst für jeden von Euch was Kleines aussuchen.“

[GM:] „Okay. Dann nehme ich eine neue Frühstücksdose. Und für den kleinen Jungen können wir so einen Handabdruck nehmen.“

[folienstern:] „Gut. Und das kleine Mädchen kann so bunte Schminke haben. Wollen wir jetzt was essen gehen? Sushi oder Burger?“

[GM:] „Burger. Eine große Pommes für uns beide und Cheeseburger. Und wenn was über ist, können wir es gerne in meine neue Frühstücksdose tun.“

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Burger.

[Hamburg. Samstagnachmittag.]

[GJ:] „Können wir etwas spielen?“

[kneteeis:] „Okay. Du suchst aus.“

[Nach kurzer Suchpause. GJ:] „Das große ‚Wer war’s?‘! Das haben wir so lange nicht gespielt.“

[kneteeis:] „Okay. Meinetwegen. Und ich möchte ja sowieso noch den Spieleschrank aufräumen.“

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Wer war’s?

[Berlin. Samstagmittag.]

[GM:] „Kleines Mädchen, wir haben Dir was mitgebracht! Schminke!“

[KM:] „Oh, cool. Dann schmink‘ ich mich jetzt.“

[Etwas später. KM:] „Ich bin ein Clown! Jetzt wisch ich das ab, und dann bin ich ein Tiger. Whoaaa! Ich bin ein Tiger!“

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Ein Tiger.

[Hamburg. Samstagabend.]

[kneteeis:] „Während ich Klavier spiele, kannst Du schon mal die ganzen sauren Sachen dekorieren, ja?“

[GJ:] „Au ja! Worauf denn?“

[kneteeis:] „Du kannst diese kleinen weißen viereckigen Teller nehmen, dazu gibt es sogar ein Holztablett, wo genau vier davon draufpassen.“

[GJ:] „Okay!“

[Etwas später. kneteeis:] „So, jetzt bist Du dran mit Klavierunterricht. Sind die sauren Sachen schon fertig?“

[GJ:] „Klar! Hier!“

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Saure Sachen.

[Hamburg. Samstagabend.]

[Besucherin:] „So – wie geht das nochmal mit dem Raclette?“

[kneteeis:] „Großer Junge, zeigst Du’s den Besuchern mal?“

[GJ:] „Nö. Keine Lust. Das kannst Du machen.“

[Etwas später. GJ:] „Guck‘ mal! Ich habe wieder ein Gesicht gemacht – wie neulich mal, als wir Raclette gegessen haben!“

[kneteeis:] „Oh, super! Das fotografiere ich gleich. Dann können wir das für den Blog verwenden.“

[Besucherin:] „Kommen von uns auch Fotos in den Blog?“

[kneteeis:] „Nein, natürlich nicht! Wir zeigen da nie Gesichter.“

[GJ:] „Außer Raclette-Gesichter.“

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Raclette-Gesicht.

[Etwas später. GJ:] „Jetzt mache ich Kunst. Erst mache ich aus dem Käse einen Rahmen, und dann rahme ich das Fleisch damit ein…“

[Besucherin:] „Das ist ja wie bei Joseph Beuys. Da musst Du aufpassen, dass nicht jemand Dir Deine Kunst wegputzt.“

[Noch später. Besucherin:] „Puh, jetzt schaffe ich aber nur noch einen Käse, dann bin ich satt.“

[GJ:] „Ich bin schon satt.

[Besucherjunge:] „Ich bin auch satt. Wenn der Käse wieder hart ist, schmeckt er gar nicht mehr so gut.“

[kneteeis:] „Ich glaube, ich schaffe noch eine Portion. Dann kann ich auch gleich noch meinen Teller fotografieren.“

[GJ:] „Meinen Teller kannst Du einfach so fotografieren.“


[Hamburg. Sonntagmorgen.]

[kneteeis:] „Großer Junge, kommst Du zum Frühstück?“

[GJ:] „Ich habe noch gar keinen Hunger. Ich bin noch ganz satt vom Raclette von gestern.“

[kneteeis:] „Dann frühstücke ich eben alleine.“

[GJ:] „Das ist auch doof. Ich möchte mit Dir zusammen frühstücken.“

[kneteeis:] „Du kannst mir ja so Gesellschaft leisten.“

[GJ:] „Ich möchte nur ein Makrelenknäcke.“

[kneteeis:] „Ich glaube, die Makrele, die noch im Kühlschrank ist, ist nicht mehr gut.“

[kneteeis nimmt die Makrele aus dem Kühlschrank, die nicht mehr gut ist. GJ:] „Das macht nichts, da kann auch etwas anderes drauf. Aber das Makrelenknäcke isst man ja erst später.“

[kneteeis:] „Ach so: Du meinst, dass Du erst später einen Snack möchtest, so wie bei Omi und Opi, wo es immer gegen 10 Uhr Makrelenknäcke gibt?“

[GJ:] „Ja, genau.“

[kneteeis:] „Meinetwegen. Du kannst dann ja einen Toast mit Fischsalat essen.“

[Kurz darauf. GJ:] „Ich möchte jetzt Toast mit Fischsalat. Einen mit Krabbensalat und einen mit Heringssalat.“

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Kein Makrelenknäcke.

[Hamburg. Sonntagvormittag.]

[kneteeis:] „So, jetzt können wir den Spieleschrank aufräumen. Das schaffen wir gerade noch vor der Sendung mit der Maus.“

[GJ:] „Ich mache aber nicht mit.“

[kneteeis:] „Echt nicht? Ich dachte, wir machen das zusammen!“

[GJ:] „Nein. Du darfst das ganz alleine machen. Freu‘ Dich doch lieber, dass Du das ganz alleine machen darfst!“

[kneteeis räumt alle Spiele und anderes Zeug aus dem Schrank aus.]

[GJ:] „Warte – jetzt entscheide ich, wo die Spiele hinkommen.“

[kneteeis:] „Ich dachte, ich darf das ganz alleine machen?“

[GJ:] „Jetzt nicht mehr.“

[Nach dem Einräumen. GJ:] „Super – jetzt habe ich bei mir im Zimmer gleich auch noch mehr Platz im Regal, und die Spiele sind alle schön ordentlich aufgestapelt.“

[kneteeis:] „A propos: Ich habe ganz vergessen, ein Bild davon zu machen, wie es vorher aussah. Naja, dann mache ich jetzt eben eins…“

[GJ:] „Ich mache schon mal den Fernseher an, damit ich gleich Maus gucken kann.“

[Etwas später. GJ:] „Die Maus hat jetzt auch einen Instagram-Account!“

[kneteeis:] „Echt? Super! Dem folgen wir gleich mit unserem neuen @nichtmitabsicht Account!“


[Berlin. Sonntagmittag.]

[folienstern:] „Hm, das mit dem Gratin hat nicht so richtig funktioniert. Da braucht man doch mehr Sahne.“

[GM, KM:] „Wir probieren trotzdem.“

[Vater:] „Man kann’s essen.“

[GM:] „Mir schmeckt das heute nicht. Kann ich mir einen Tomate-Mozzarella-Salat machen?“

[folienstern:] „Ja, kannst Du. Danke, dass Du probiert hast.“

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Mozzarella-Schneiden.

[Hamburg. Sonntagmittag.]

[GJ:] „Guck‘ mal hier! Auf dem Block kann man den Namen vom großen Mädchen lesen!“

[kneteeis:] „Was? Zeig‘ mal her! Den Block habe ich vorhin beim Aufräumen im Spieleschrank gefunden. Tatsächlich – das muss durchgedrückt sein, als ich die Adresse mal aufgeschrieben habe, als wir denen etwas geschickt haben. Wenn Du einen Bleistift nimmst, kannst Du das jetzt durchpausen.“

[GJ paust die Adresse durch:] „Au ja! Das kann man total gut lesen! Warte – jetzt mache ich Dir etwas zum durchpausen!“

[kneteeis:] „Na, da bin ich aber gespannt…“

[kneteeis paust durch:] „Oh, eine Blume!“


[Berlin. Sonntagnachmittag.]

[KM:] „Mama, jetzt mal ich was. Ich mal Dich. Und dann Papa.“

[Etwas später. KM:] „Das bist Du, Mama. Und das ist Deine Speiseröhre. Du isst gerade Spinat. Und das ist Papa. Der isst rote Beete.“

[folienstern:] „Was machst Du denn da, kleiner Junge?“

[KJ:] „Meiner!“

[folienstern:] „Ja, das war der Rest vom Geburtstagsdinokuchen vom kleinen Mädchen.“

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Dinokuchen, aufgegessen.

[KJ:] „Ich auch!“

[folienstern:] „Du willst auch umfüllen? Wie das große Mädchen, als Übung für seine NaWi-Arbeit?“

[KJ:] „JAAA!“

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Erbsen, umgefüllt.

[Hamburg. Sonntagnachmittag.]

[GJ:] „Was hast Du denn da?“

[kneteeis:] „Das sind irgendwelche Plastikteile, die ich beim Aufräumen im Spieleschrank gefunden habe. Keine Ahnung, woher die kommen. Aber man kann damit Sachen legen – guck‘ mal! Was ist das?“

[GJ:] „Keine Ahnung… Warte… Ein Mensch mit offenem Mund?“

[kneteeis:] „Ja, genau!“

[GJ:] „Das ist lustig! Jetzt bin ich dran, und Du musst raten.“

[kneteeis:] „Hmmmm… – Keine Ahnung… – Was mit Rädern?“

[GJ:] „Ja, gut! Das ist eine Lokomotive!“

[kneteeis:] „Okay – jetzt wieder ich… – Warte…“

[GJ:] „Hmmmm… – Ein Einrad mit noch einem Rad drauf?

[kneteeis:] „Fast – das sollte ein Einrad mit einem Einradfahrer sein.“

[GJ:] „Jetzt wieder ich…“

[kneteeis:] „Auch was mit Rädern?“

[GJ:] „Ja, genau.“

[kneteeis:] „Ein Fahrrad?“

[GJ:] „Ja! Warte… – Noch eins…“

[kneteeis:] „Keine Ahnung – hilf‘ mir mal.“

[GJ:] „Ein Schneemann! Man bräuchte eigentlich noch eine Mohrrübenform…“

[kneteeis:] „Super! Da könnte man gut ein Spiel draus machen, wo man solche Formen aus einem Beutel zieht und daraus etwas legen muss, was die anderen dann raten müssen. Das wäre so ähnlich wie Knätsel.“

[GJ:] „Das machen wir! Und dann nennen wir es Formsel!“


* Für diejenigen, die unserem Blog nicht regelmäßig folgen: Der große Junge (GJ) lebt mit seiner Mutter (kneteeis) in Hamburg; das große Mädchen (GM) und das kleine Mädchen (KM) leben mit dem kleinen Jungen (KJ), ihrer Mutter (folienstern) und ihrem Vater in Berlin. Alle Projekte, Produkte oder Veranstaltungen, die wir namentlich nennen oder verlinken, erwähnen wir, weil wir sie gut finden; wir erhalten dafür keinerlei materielle Vorteile.

… wie immer gibt es weitere Wochenendblogs mit mehr und weniger Bildern bei Susanne Mierau in ihren Blog ‚Geborgen Wachsen‘.

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