kulissenzauber

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[Hamburg. Freitagabend.]

[GJ:] „Mami? Muss ich morgen zum Judo-Turnier gehen?“

[kneteeis:] „Hast Du keine Lust?“

[GJ:] „Ich weiß nicht so genau.“

[kneteeis:] „Na, dann sprechen wir morgen früh  noch einmal darüber.“

[Hamburg. Samstagmorgen.]

[kneteeis:] „Weißt Du, was mir wieder eingefallen ist? Heute ist Tag der offenen Tür in den Werkstätten der Staatsoper. Da kann man sehen, wie Kulissen gebaut werden und auch Kulissen und Kostüme ansehen.“

[GJ:] „Aber wenn wir da hingehen, kann ich nicht zum Judo-Turnier, oder?“

[kneteeis:] „Ja, das stimmt. Ich dachte, Du hattest auch nicht so viel Lust?“

[GJ:] „Ich weiß nicht so genau.“

[knetteis:] „Komm‘, dann machen wir mal eine Auswertung, was mehr Punkte bekommt: Judo-Turnier oder Tag der offenen Tür bei den Werkstätten. Wir überlegen uns, was uns wichtig ist, und dann bewerten wir die beiden Sachen – mehr Punkte heißt besser.“

[Kurz darauf. kneteeis:] „Oh, wie dumm. Bis hier haben beide genau gleich viele Punkte.“

[GJ:] „Warte, ich schreibe noch eins dazu… – So, jetzt passt es!“

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Auswertung.

[kneteeis:] „Okay, so gewinnen die Werkstätten. Was hältst Du davon, wenn wir nach dem Chinesisch dann erst irgendwo in der Stadt etwas essen gehen oder auf einen Spielplatz und dann von da direkt nach Rothenburgsort fahren?“

[GJ:] „Au ja! Können wir auf den Spielplatz am Überseequartier? Der ist so toll, und da war ich zuletzt letztes oder vorletztes Jahr mit Opi!“

[Kurz darauf in der U-Bahn. kneteeis:] „Du, ich glaube, das mit dem Überseequartier ist keine gute Idee. Wenn ich das richtig sehe, ist heute irgendein Lauf in der Hafencity. Ich gucke mir das beim Chinesisch noch einmal an. Vielleicht müssen wir uns etwas anderes überlegen.“


[Hamburg. Samstagmittag.]

[kneteeis:] „Was hältst Du davon, wenn wir statt zum Überseequartier zum Hammer Park fahren? Da wolltest Du doch längst schon einmal in Ruhe spielen und rumlaufen. Und da ist heute kein Event.“

[GJ:] „Au ja! Aber erst kaufen wir hier irgendwo noch ein Brötchen und Wasser.“

[kneteeis:] „Okay. Da vorne vielleicht?“

[GJ:] „Hier? Der Hummel Hummel hat doch Wasser!“

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Wasser?

[Kurz darauf im Hammer Park.]

[kneteeis:] „Ich habe gelesen, dass der Park sogar unter Denkmalschutz steht.“

[GJ:] „Echt? Es ist ja auch voll schön hier, oder? Hier zum Beispiel richtig wie im Wald!“

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Hammer Park: Wald?

[kneteeis:] „Und hier ist auch ein Teich, fast wie im Weiherpark – nur größer.“

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Hammer Park: Teich.

[GJ:] „Und hier sind große Schachfiguren! Wollen wir spielen?“

[kneteeis:] „Eher nicht. Jetzt müssen wir allmählich zur U-Bahn und in Richtung Rothenburgsort fahren.“

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Hammer Park: Schach.

[Hamburg. Samstagnachmittag.]

[GJ:] „Oh, guck‘ mal! Hier sind die Notenblätter von der Hochzeit des Figaro! Sind das die echten von der Bühne?“

[Mitarbeiterin:] „Ja, das sind die echten Notenblätter aus der Aufführung.“

[GJ:] „Und wie sind die da fest?“

[Mitarbeiterin:] „Guck‘ mal hier: Oben an der Decke und an den Seiten sind Magneten. Und die Blätter haben hinten alle Metall.“

[GJ:] „Und wenn sie runterfallen sollen, werden einfach die Magneten ausgestellt! Super Idee!“

[Kurz darauf. GJ:] „Und hier ist der alte Vorhang von Schwanensee! Machst Du ein Foto?“

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Schwanensee.

[Kurz darauf. GJ:] „Ob wir auch noch die Puppe sehen, die bei Anna Karenina von der Decke gefallen ist?“

[kneteeis:] „Hm, das glaube ich eher nicht. Das wäre schon ein großer Zufall. Komm‘, jetzt gehen wir erstmal in den Kostümfundus.“

[GJ:] „Hier! Das ist das Kostüm vom Schmetterling aus Schwanensee! Bei der Szene durften wir einmal bei der Probe zugucken! Und daneben ist eins von den Notenkleidern aus der Hochzeit des Figaro!“

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Schmetterling.

[Kurz darauf im Kulissenfundus.]

[GJ:] „Mama! Mama! Hier auf dem Wagen! Da sind die Nijinsky-Ringe!“

[kneteeis:] „Wow – toll! Und guck‘ mal hier auf dem Wagen daneben!“

[GJ:] „Das ist ja die Puppe aus Anna Karenina! Wie ich es mir gewünscht hatte!“

[Auf dem Rückweg.]

[kneteeis:] „Das war toll, oder? Und es gab sogar Würstchen, wie beim Judo-Turnier. Und Du hast die Puppe aus Anna Karenina gesehen.“

[GJ:] „Ja. Das war viel besser als das Judo-Turnier. Aber das allerbeste war, dass ich die Nijinsky-Ringe einmal anfassen konnte. Und dass wir bei der Verlosung nichts gewonnen haben, ist nicht so schlimm, weil wir sowieso oft genug Karten für die Staatsoper kaufen.“


[Hamburg. Samstagabend in der Staatsoper.]

[GJ:] „Weißt Du was? Ich glaube, die Kulissen für ‚Beethoven – Projekt‘ haben sie schon vor dem Tag der offenen Tür hierher gebracht. Denn während da alle herumliefen, konnten sie ja nichts aus- und umladen.“

[kneteeis:] „Vermutlich. Und so viele Kulissen brauchen sie ja auch nicht.“

[Nach der Aufführung.]

[GJ:] „Das war toll. Nur schade, dass dieses Mal keine Kinder mitgetanzt haben. Dabei hätte in der ersten Szene gut auch ein Kind mitmachen können. Zum Beispie versteckt unter dem Klavier.“


[Hamburg. Sonntagvormittag.]

[GJ:] „Mami? Kriege ich noch Panini-Tüten, weil Deutschland gestern gewonnen hat?“

[kneteeis:] „Oh ja, stimmt. Und denk‘ bitte an den Müll.“

[GJ:] „Okay.“

[Kurz darauf. GJ:] „Müll, ich denke an Dich. Müll, Du schaffst das! Müll, Du bist klasse! Müll, halte durch! Müll, ich denke an Dich!“

[kneteeis:] „Großer Junge! So doch nicht! Ich meinte natürlich: Denk‘ bitte daran, den Müll wegzuwerfen.“

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Müll.

[Hamburg. Sonntagmittag.]

[GJ:] „Fahren wir jetzt heute zum Überseequartier?“

[kneteeis:] „Hm. Ich würde eigentlich gerne auch etwas auf dem Balkon lesen.“

[GJ:] „Du kannst ja ein Buch mit auf den Spielplatz nehmen. Und vorher fahren wir Alsterdampfer, ja? Dann können wir im Kreis fahren: Erst mit dem Bus zum Winterhuder Fährhaus? Und dann vom Jungfernstieg zum Überseequartier? Und nachher mit dem Bus zurück?“

[kneteeis:] „Na gut. Lass‘ uns das so machen. Ich lese ja immer noch ‚Der Herr der Ringe‘, das kann ich mitnehmen.“

[Etwas später auf dem Spielplatz am Überseequartier.]

[kneteeis:] „Willst Du noch weiterspielen? Oder wollen wir los?“

[GJ:] „Gleich können wir los. Vorher zeige ich Dir noch, wo Du Fotos von mir machen kannst.“


* Für diejenigen, die unserem Blog nicht regelmäßig folgen: Der große Junge (GJ) lebt mit seiner Mutter (kneteeis) in Hamburg; das große Mädchen (GM) und das kleine Mädchen (KM) leben mit dem kleinen Jungen (KJ), ihrer Mutter (folienstern) und ihrem Vater in Berlin. An diesem Wochenende kommt der Familienblog allerdings nur aus Hamburg; die Berliner haben dafür für’s nächste Wochenende einen Bericht aus Schweden zugesagt. Alle Projekte, Produkte oder Veranstaltungen, die wir namentlich nennen oder verlinken, erwähnen wir, weil wir sie gut finden; wir erhalten dafür keinerlei materielle Vorteile.

… weitere Wochenendblogs mit mehr und weniger Bildern gibt es jede Woche bei grossekoepfe.de.

Wir sind übrigens auch auf Instagram – natürlich als @nichtmitabsicht.

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