bald schon ist weihnacht

[Berlin*. Samstagmorgen.]

[Vater:] „Jemand müsste in die Stadt fahren und Bücher verlängern.“

[folienstern:] „Och nee. Da habe ich jetzt echt keine Lust drauf.“

[GM:] „Mama, wir könnten doch fahren. Und dann gehen wir zu MyToys.“

[folienstern:] „Und machen was?“

[GM:] „Ich hab da so schöne Armbänder gesehen. Da könnte ich dem kleinen Mädchen und mir eins kaufen, mit Buchstaben dran.“

[folienstern:] „Aha. Mit Deinem Januartaschengeld?“

[GM:] „Ja, genau.“

[folienstern:] „Hmpf. Erstmal trinke ich jetzt Tee.“

[GM:] „Ich auch. Kirschtee.“

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Kirschtee.

[Hamburg. Samstagmorgen.]

[GJ:] „Ich habe keine Lust, zur Chinesisch-Werkstatt zu gehen.“

[kneteeis:] „Was? Du hattest doch gesagt, dass Du hingegen wolltest. Deshalb habe ich Dich extra angemeldet.“

[GJ:] „Aber jetzt habe ich keine Lust.“

[kneteeis:] „Sagst Du das jetzt nur, damit ich Dir dann wieder einen Riesen-Schoko-Weihnachtsmann verspreche?“

[GJ:] „Nee – aber vielleicht noch 13 Weihnachtsgeschenke mehr?“

[kneteeis:] „Ha! Von wegen…“

[Etwas später. kneteeis:] „So, lass‘ uns losgehen. Ich möchte gerne spätestens den Bus um halb elf erwischen, damit wir uns nicht hetzen müssen. Und auf dem Weg möchte ich noch Weihnachtspost einwerfen.“

[GJ:] „Kann ich vorher noch einen Honigtoast?“

[kneteeis:] „Na gut. Aber schnell.“

[Etwas später auf dem Weg zum Konfuzius-Institut, wo die Chinesisch-Werkstatt für Kinder stattfindet.]

[kneteeis:] „Oh, guck‘ mal: Hier ist Markt. Da kann ich nachher Fisch kaufen, während Du beim Chinesisch bist. Und vielleicht auch noch ein paar andere Sachen, die wir brauchen.“

[GJ:] „Holst Du mich dann danach wieder ab?“

[kneteeis:] „Ja, klar. Ich spaziere hier in der Gegend herum, und dann hole ich Dich um 12:30 wieder ab.“

[kneteeis kauft nicht nur Fisch, sondern auch alles andere von der – recht langen – Einkaufsliste, so dass es mit dem Herumspazieren so eine Sache ist, weil die Tasche sehr schwer geworden ist.]

[kneteeis:] „Puh, jetzt brauche ich erst einmal einen Tee und ein Franzbrötchen. Die Tasche ist einfach zu schwer.“

[Kurz darauf am Tisch im Café. kneteeis:] „Ach, was für eine witzige Weihnachts-Deko. Die fotografiere ich auch gleich für den Blog.“


[Hamburg. 12:30 am Konfuzius-Institut.]

[kneteeis:] „Ich habe schon alles eingekauft, was wir brauchen. Wir können also eigentlich direkt nach Hause fahren.“

[GJ:] „Aber wir müssen noch die kleinen Ausstechformen kaufen, damit wir die Kekse machen können, die Omi so gerne mochte.“

[kneteeis:] „Ach ja. Und wir wollten auch noch in das Spielzeuggeschäft, an dem der Bus quasi vorbeifährt.“

[Kurz darauf im Spielzeuggeschäft. GJ:] „Guck‘ mal! Hier gibt es kleine Ausstechformen!“

[kneteeis:] „Oh toll, die nehmen wir! Dann können wir danach direkt nach Hause fahren.“

[GJ:] „Können wir dann in den Park? Die Sonne scheint so schön.“

[kneteeis:] „Aber erst bringen wir die schwere Tasche nach Hause.“

[GJ:] „Und dann in den Park? Mit dem Roller?“

[kneteeis:] „Meinetwegen. Aber nicht zu lange, sonst wird es mir zu kalt.“

[Etwas später am Spielplatz im Park. kneteeis:] „Wow – Du bist tatsächlich das einzige Kind hier! Dabei ist das Wetter so schön!“

[GJ:] „Ich spiele ein bisschen. Du kannst ja Pokémon fangen so lange.“

[kneteeis:] „Aber wenn mir kalt wird, gehen wir.“

[Rund 30 Minuten später. GJ:] „Mama? Ist Dir jetzt kalt?“

[kneteeis:] „Ja.“

[GJ:] „Dann gehen wir jetzt. Wir können ja noch eine Runde um den Weiher machen, dann wird Dir beim Laufen warm.“

[kneteeis:] „Okay. Aber nur eine Runde.“

[GJ:] „Und dann machen wir noch die Marmeladen-Plätzchen, die Omi so gerne mochte!“

[kneteeis:] „Und den Teig für die Vanillekipferl. Der muss 12 Stunden im Kühlschrank stehen.“

[GJ:] „Die machen wir dann morgen. Und dann machen wir auch die Ausstechplätzchen.“

[kneteeis:] „Okay. Sag‘ mal, was habt Ihr eigentlich beim Chinesisch heute gemacht?“

[GJ:] „Wir haben chinesische Glückwunschkarten gebastelt, aber meine sind noch nicht fertig. Und wir haben Weihnachtslieder auf Chinesisch gesungen.“

[kneteeis:] „Wow – toll! Darf ich die Karten trotzdem schon fotografieren für den Blog?“

[GJ:] „Nein. Höchstens die Weihnachtslieder.“

[kneteeis:] „Okay. Ich kann ja auch noch ein Foto von der Zehnerkarte machen.“


[Berlin. Samstagnachmittag.]

[KM:] „Habt Ihr mir was mitgebracht?“

[GM:] „Mama, nicht verraten!“

[KM:] „Was denn?“

[GM:] „Ach Mensch, das sollte doch eine Überraschung sein! Hier, guck mal, für Dich. Ich hab auch eins. Aber die richtigen Anfangsbuchstaben gab’s nicht mehr, da hab ich die hier genommen.“

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Armband.

[Hamburg. Samstagnachmittag in der Küche.]

[GJ:] „Ich habe schon alle passenden Förmchen rausgesucht, von denen wir große und kleine haben!“

[kneteeis:] „Toll! Und: Guck‘ mal, hier ist Johannisbeergelee, das Omi selbst eingekocht hat. Das können wir nehmen, um die Kekse zusammenzukleben.“

[GJ:] „Aber erst müssen wir die oberen mit Puderzucker bestreuen.“

[kneteeis:] „Das kannst Du machen. Ich verrühre inzwischen das Gelee mit Zitronensaft.“

[Etwas später. GJ:] „Boah, sind die schön geworden. Ich glaube, so schön sind uns die Kekse noch nie gelungen.“

[kneteeis:] „Das glaube ich auch. Wirklich toll. Da hätte Omi sich gefreut. Jetzt müssen sie über Nacht noch trocknen, und dann können wir sie morgen in die Dose legen. Ich mache jetzt noch schnell den Teig für die Vanillekipferl.“


[Hamburg. Sonntagmorgen, 7:20.]

[GJ, singt:] „Advent, Advent, die dritte Kerze brennt…“

[kneteeis:] „Guten Morgen! Hast Du gut geschlafen?“

[GJ:] „Ja. Können wir gleich nach dem Frühstück die Vanillekipferl machen?“

[kneteeis:] „Meinetwegen. Und auch noch Ausstechplätzchen?“

[GJ:] „Die machen wir dann nach dem Mittagessen.“

[Etwas später. kneteeis:] „Machst Du die Kerzen am Adventskranz an?“

[GJ:] „Okay.“

[kneteeis:] „Huch? Da brennen ja nur zwei!“

[GJ:] „Haha, zur Irreführung!“

[kneteeis:] „Machst Du noch eine an? Ich mache dann auch Fotos für den Blog.“

[GJ:] „Kannst Du einen Film machen?“

[kneteeis:] „Nee, lieber Fotos.“

[Etwas später. kneteeis:] „Weißt Du was? Während Du den Teig für die Ausstechplätzchen machst, mache ich Rotkohl. Der war gestern in der Gemüsekiste, und der passt gut zum Mittagessen.“

[GJ:] „Okay. Ich kann den Teig sowieso alleine machen. Ich bin nämlich der weltbeste Bäcker.“

[kneteeis:] „Aha? Naja, ein ziemlich guter Bäcker würde ich sagen…“

[GJ:] „Was tust Du denn da in den Rotkohl?“

[kneteeis:] „Nelken und ein Lorbeerblatt, damit es schön würzig schmeckt.“

[Kurz darauf. GJ:] „Können wir jetzt die Vanillekipferl formen?“

[kneteeis:] „Klar! Ich mache immer erst eine Kugel und dann daraus so eine Kipferlform.“

[GJ:] „So? Nee – das sieht eher aus wie ein Erdmännchen. Kannst Du das mal fotografieren?“

[kneteeis:] „Ja, warte…“

[GJ:] „Jetzt habe ich es raus. Ich mache immer erst eine Kugel, und dann mache ich so eine Wurst, und dann mache ich die an den Enden spitz.“

[kneteeis:] „Super. Möchtest Du nachher auch mitmachen, wenn ich die fertigen Kipferl in Zucker wälze?“

[GJ:] „Nee – ich spiele lieber.“


[Berlin. Sonntagmorgen.]

[folienstern an kneteeis:] „Habt Ihr was für den Blog? Wir haben fast nichts und die Kinder sind weg, spielen.“

[kneteeis:] „Wir haben ziemlich viel. Ihr könnt ja ein paar Sätze schreiben.“

[folienstern:] „Okay. Ach Mensch, kleiner Junge – musste das sein? Kannst Du bitte die Tüten wieder einräumen? Und den Wischer?“

[KJ:] „Nein! Meiner!“

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Ausgeräumt. Mit Absicht.

[Hamburg. Sonntagmittag beim Essen.]

[kneteeis:] „Und? Wie schmeckt Dir der Rotkohl?“

[GJ:] „Der schmeckt mir gar nicht. Der ist so scharf.“

[kneteeis:] „Echt? Wie schade – ich dachte, der schmeckt Dir.“

[GJ:] „Ja, das dachte ich auch. Tut mir echt leid.“

[kneteeis:] „Sag‘ mal, kann es sein, dass Du eine Portion mit einer Nelke erwischt hast? Probier‘ doch noch einmal.“

[GJ:] „Ich habe schon extra zwei Mal probiert. Hattest Du zwei Nelken reingetan?“

[kneteeis:] „Mindestens.“

[GJ:] „Na gut. Eine Gabel noch… – Hmmm, lecker!“

[kneteeis:] „Siehst Du, dachte ich mir doch.“

[GJ:] „Dann hatte ich vorher zwei Mal eine Portion mit Nelken!“


[Hamburg. Sonntag nach dem Mittagessen.]

[GJ:] „Und jetzt machen wir die Ausstechplätzchen. Mit allen Formen, die wir noch nicht benutzt haben. Und dann dekorieren wir die ganz bunt.“

[kneteeis:] „Okay. Was ist denn das für eine Form?“

[GJ:] „Daraus machen wir ein Pokémon! Mit Augen und Mund!“

[kneteeis:] „Okay, meinetwegen. Wir haben auch Lebensmittelfarbe. Damit kannst Du verschiedenfarbige Pokémon machen.“

[GJ:] „Ich mache ein grünes, ein rotes und ein gelbes. Und das weiße mit den Augen auf einer Seite ist das entwickelte.“

[kneteeis:] „Alles klar. Ich mache lieber Schmetterlinge.“

[GJ:] „Und ich mache noch Buddha-Kekse. Aber ohne Zuckerguss, sonst sieht man die schönen Linien nicht mehr so.“


[Hamburg. Sonntag am späteren Nachmittag.]

[kneteeis:] „So – das war die letzte Weihnachtspost für dieses Jahr. Naja, falls nicht noch ein paar nachkommen, die mir entfallen waren… – Was hältst Du davon, wenn wir die Briefe zum Briefkasten bringen und auf dem Weg noch auf dem Weihnachtsmarkt vorbei gucken? Da waren wir dieses Jahr noch gar nicht richtig.“

[GJ:] „Au ja!“

[Kurz darauf auf dem Weihnachtsmarkt. kneteeis:] „Wollen wir Schmalzgebäck kaufen?“

[GJ:] „Nee – da ist so eine lange Schlange. Komm‘, wir gucken erst herum, und dann kaufen wir etwas zu trinken.“

[kneteeis:] „Okay. Möchtest Du auch Karussell fahren?“

[GJ:] „Vielleicht. Sage ich Dir gleich.“

[Kurz darauf. kneteeis:] „Möchtest Du jetzt Karussell fahren?“

[GJ:] „Ja! Ich nehme das Motorrad.“

[Nach der Karussellrunde. kneteeis:] „Gleich noch eine Runde?“

[GJ:] „Nein. Jetzt essen wir erst etwas.“

[kneteeis:] „Okay. Ich nehme eine Currywurst.“

[GJ:] „Das ist gut. Die können wir uns teilen.“

[Kurz darauf. kneteeis:] „Jetzt noch eine Runde Karussell?“

[GJ:] „Ja! In der Lokomotive!“

[Vor der Lokomotive drängen sich vier kleinere Kinder. Mutter zu einem der Kinder:] „Du musst warten, der große Junge hier möchte erst fahren. Du kannst dann in der nächsten Runde fahren.“

[GJ:] „Ich kann auch warten und erst in der nächsten Runde fahren.“

[Mutter:] „Echt? Das ist aber nett von Dir!“

[Etwas später nach zwei weiteren Runden Karussell. GJ:] „Jetzt kaufen wir noch Schmalzgebäck, und dann gehen wir nach Hause.“

[kneteeis:] „Okay. Mir wird auch allmählich kalt.“


* Für diejenigen, die unserem Blog nicht regelmäßig folgen: Der große Junge (GJ) lebt mit seiner Mutter (kneteeis) in Hamburg; das große Mädchen (GM) und das kleine Mädchen (KM) leben mit dem kleinen Jungen (KJ), ihrer Mutter (folienstern) und ihrem Vater in Berlin. Alle Projekte, Produkte oder Veranstaltungen, die wir namentlich nennen oder verlinken, erwähnen wir, weil wir sie gut finden; wir erhalten dafür keinerlei materielle Vorteile.

… wie immer gibt es weitere Wochenendblogs mit mehr und weniger Bildern heute Abend ab etwa 21 Uhr bei Susanne Mierau in ihren Blog ‚Geborgen Wachsen‘.

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