tischharfe, treppen & torhüter

am

[Freitag früh. Im Kindergarten ist für 15h das Abschlusskonzert der Projektwoche „Tischharfe“ angekündigt.]

[Mutter:] „Ach, das passt gut. Dann komme ich nachher um drei Uhr zur Kita, höre mir das Konzert an, und anschließend fahren wir mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof. Unser Zug fährt um halb fünf, da haben wir sicherlich genug Zeit.“

[GJ:] „Ja, prima! Bis nachher!“

[Freitag nachmittag. Die Mutter kommt zu 15h zur Kita. Alle 16 Kinder, die bei der Projektwoche mitgemacht haben (darunter der große Junge), sind sehr aufgeregt. Das Konzert beginnt pünktlich.]

[Harfenlehrerin:] „Bei der Tischharfe ist das Zusammenspielen ja besonders schwierig, deshalb spielt jedes Kind einzeln: Zuerst nacheinander alle Kinder aus der Gruppe, die „Dornröschen“ einstudiert hat, dann alle aus der  Gruppe, die „Die Vogelhochzeit“ geübt hat, und als letzte alle aus Gruppe, die „Hopp, hopp, hopp“ gespielt hat.“

[GJ geht mit der „Hopp, hopp, hopp“-Gruppe an die Seite. Die Mutter springt auf und erläutert flüsternd der Kita-Leiterin, dass sie um 15:50 mit GJ die Kita verlassen muss; die Kita-Leiterin flüstert mit der Harfenlehrerin. Die Kinder aus der „Dornröschen“-Gruppe fangen an, eins nach dem anderen vorzuspielen, und verbeugen sich anschließend jeweils ausführlich. Nachdem alle gespielt haben, bekommt jedes Kind individuell einen Harfenführerschein ausgehändigt.]

[15:30 – die „Dornröschen“-Gruppe ist fertig; die „Vogelhochzeit“-Gruppe springt auf, wird aber zurück auf die Plätze geschickt; die „Hopp, hopp, hopp“-Gruppe nimmt Platz – der große Junge sitzt als letztes von sechs Kindern.]

[15:51 – GJ ist mit seiner Darbietung von „Hopp, hopp, hopp“ fertig und hat einen Harfenführerschein erhalten. Mutter und GJ sausen los zur S-Bahn.]

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Harfenführerschein (Rückseite)

 


[Später im Zug, kurz nach der Abfahrt vom Hamburger Hauptbahnhof.]

[GJ:]  „Darf ich jetzt mein Lego aufbauen?“

[Mutter:] „Willst Du damit nicht noch etwas warten? Wir fahren doch noch 3,5 Stunden.“

[GJ:] „Nein, ich möchte das jetzt aufbauen.“

[Mutter kramt das Lego heraus; GJ beginnt mit dem Zusammenbau von Polizei- und Räuberboot.]

[Kurz hinter Lüneburg. GJ:] „Jetzt bin ich fertig. Was kann ich jetzt machen?“

[Mutter:] „Willst Du nicht mit Deinem Lego spielen?“

[GJ:] „Oh ja!“

[GJ spielt mit dem Lego: Die Polizei jagt die Räuber, die sich auf und unter den Sitzen im Zug verstecken.]

[Kurz hinter Hannover. GJ:] „Jetzt möchte ich etwas anderes machen. Kann ich einen Film ansehen?“

[Mutter:] „Hier, guck‘ mal, was ich Dir auf’s ipad geladen habe.“

[GJ sieht sich mehrere Folgen verschiedener Kinderserien an.]

[Kurz hinter Göttingen. GJ:] „Jetzt habe ich Hunger. Können wir uns im Bordbistro etwas kaufen?“

[Mutter:] „Ja, klar.“

[GJ sucht sich im Bordbistro einen Apfelkuchen aus.]

[Zurück im Abteil. GJ:] „Guck‘ mal, da sind Messer und Gabel dabei! Jetzt esse ich den Kuchen mit Messer und Gabel!“

[Kurz hinter Kassel. GJ:] „Oh, ist das schön hier! Können wir hier auch mal hinfahren! Guck‘ mal, wie schön das hier ist!“

[Mutter:] „Du möchtest hier auch mal aussteigen?“

[GJ:] „Oh, guck‘ mal wie schön das hier ist! Hier möchte ich auch mal hinfahren!“

[Mutter:] „Jetzt fahren wir erstmal nach Marburg. Da finde ich es auch schön.“

[GJ:] „Aber hier möchte ich dann auch mal hinfahren.“


[Samstag in Marburg. Nach einem gemütlichen Frühstück bei der Tante (deren Mutter eine Cousine der Großmutter der Mutter war) fahren alle auf den Schlossberg, wo die Mutter bis nachmittags an einem Kolloquium teilnimmt, während GJ und die Tante das Schlossmuseum und anschließend die Stadt erkunden. Später treffen sich alle drei wieder, und während die Tante nach Hause zurückfährt, spazieren GJ und seine Mutter noch durch die Stadt.]

[Mutter:] „Und was war das tollste heute bisher?“

[GJ:] „Der Spielplatz, auf dem wir waren, und die Crêpes, die wir da gegessen haben.“

[Mutter:] „Ach, Ihr wart schon auf dem Spielplatz? Ich habe vorhin auf dem Weg nach unten einen Märchenspielplatz gesehen. Willst Du da trotzdem noch hin?“

[GJ:] „Oh ja, Spielplatz!“

[GJ rennt die Treppen und steilen Gassen hoch.]

[Mutter:] „Warte mal, ich kann nicht so schnell!“

[GJ:] „Dann kann ich in der Zwischenzeit ja wieder runtersausen!“

[Mutter:] „Lieber nicht – das ist ziemlich steil hier.“

[GJ:] „Ich habe aber gute Bremsschuhe an.“

[Unterhalb der Pfarrkirche angekommen. Mutter:] „Guck‘ mal, hier ist der Märchenspielplatz, den ich vorhin auf dem Weg nach unten gesehen habe.“

[GJ:] „Oh, da ist eine Tunnelrutsche! Mit Frau Holle! Und daneben ist Rapunzel! Und ein Schaukelwolf! Und da – was ist das für ein Märchen auf dem Drehding?“

[Mutter:] „Hans im Glück, denke ich.“

[GJ:] „Ich probiere jetzt die Rutsche aus.“

[Mutter:] „Schaukel‘ doch mal auf dem Wolf, dann kann ich ein Foto für die Wölfe-Gruppe in der Kita machen.“

[GJ schaukelt auf dem Wolf. GJ:] „Und jetzt klettere ich an dem Zopf von Rapunzel hoch.“

[ GJ:] „Da kann man nicht hochklettern, der ist festgenagelt!

[Mutter:] „Tu‘ einfach so, als ob Du kletterst, dann kann ich ein Foto für den Blog machen.“

[GJ:] „Und jetzt noch das Drehding – welches Märchen ist das nochmal?“

[Mutter:] „Ich denke, das soll Hans im Glück sein.“

[GJ:] „Gib‘ mir mal Anschwung!“


[Mutter:] „So, jetzt möchte ich los – die Tante hat ja Spaghetti Bolognese vorbereitet – hast Du nicht auch Hunger?“

[GJ:] „Können wir vorher noch einmal zum Schloss hoch?“

[Mutter:] „Zum Schloss hoch? Alle Stufen? Im Ernst?“

[GJ:] „Jaaaaaaa!“

[Mutter:] „Na gut. Aber nicht so schnell:“

[Beide steigen alle 140 Stufen von oberhalb der Pfarrkirche bis zum Schloss hinauf – und wieder hinunter.]

[GJ:] „61, 62, 63…“

[Entgegenkommende Spaziergängerin:] „Ich wette, dass sind 142 Stufen.“

[GJ:] „64, 65… “

[GJ:] „… 139, 140. Die Dame, die 142 gesagt hat, hat jetzt verloren.“

[Mutter:] „Und falls Du Dich verzählt hast?“

[GJ:] „Ich glaube, es kann eher sein, dass sie sich verzählt hat.“

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Schlosstreppe.

[Sonntag auf der Rückfahrt. GJ studiert den Spielplan der Fußball-EM.]

[GJ:] „Mami, kannst Du bitte nachgucken, wie die Torhüter von Polen heißen?“

[Mutter sucht im Internet nach den Torhütern der polnischen EM-Mannschaft.]

[Mutter:] „Guck‘ mal hier – der hat aber einen schwierigen Namen.“

[GJ:] „Woj-c-i-e-c-h S-z-c-z-e-s-n-y ist das mit S der Nachname?“

[Mutter:] „Ich denke schon.“

[GJ:] „Dann schreibe ich einfach ‚S‘, das ist leichter. Jetzt such‘ bitte die Torhüter von Nordirland.“

[Mutter sucht im Internet nach den Torhütern der nordirischen EM-Mannschaft. Die Konversation wiederholt sich für die Mannschaften von Deutschland und der Ukraine.]

[GJ:] „So, jetzt habe ich alle. Jetzt verbinde ich noch die Flaggen mit den Buchstaben für die Torhüter.“

[GJ zeichnet entsprechende Linien auf den Spielplan.]

[GJ:] „Darf ich jetzt einen Film ansehen?“

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EM-Spielplan.

 

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