meerschweinchen II

[An diesem Wochenende stieg die Geburtstagsfeier des großen Jungen, zu der wir vor einigen Wochen bereits die Einladungskarten gebastelt hatten. Wie geplant ging es mit den sechs eingeladenen Kindern ins Museum für Völkerkunde in Hamburg.]

[Im Foyer des Museums treffen nach und nach alle fünf eingeladenen Kinder ein (das sechste Kind ist die Cousine des großen Jungen, das große Mädchen). Pünktlich zur angegebenen Zeit kommt die Dame, die als Guide die Führung für die Kinder macht. Als erstes geht sie mit den Kindern nach Afrika, während die  Mütter des großen Jungen und des großen Mädchens gemeinsam mit dem kleinen Jungen warten.]

[Mutter I:] „Guck‘ mal da oben – das ist ja ein interessanter Spruch!“

[Mutter II:] „Wo denn?“

[Mutter I:] „Da!“

[Mutter II:] „Ach da. Oh ja  – das wäre ein perfektes Motto für Inklusion. Von wem ist denn das?“

[Mutter I recherchiert im Internet:] „Goethe. Faust II.“

[Mutter II:] „Hätte ich auch gedacht. Faust I kenne ich zu gut, daran hätte ich mich erinnert.“

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„Der Mensch ist ungleich, ungleich sind die Stunden.“ (Goethe, Faust II)

[Die Kinder kommen aus Afrika zurück. Alle gehen in einen Raum im Obergeschoss des Museums, wo die Kinder sich als Jaguare verkleiden.]

[Guide:] „Wir basteln jetzt hier für 45 Minuten oder so. Sie können in der Zeit gerne einen Kaffee trinken gehen oder sich das Museum ansehen. Danach können Sie dann wieder herkommen.“

[Mutter I und Mutter II gehen ins Museumsrestaurant und trinken jeweils einen Tee, während die Kinder basteln.]


[GJ:] „Guck‘ mal, mein Meerschweinchen hat gute Laune!“

[GM:] „Guck‘ mal, bei meinem Meerschweinchen habe ich jedes Haar einzeln gemalt!“

[Kind I:] „Guck‘ mal, ich habe meinen Namen auf den Griff vom Meerschweinchen geschrieben!“

[Mutter I:] „Habt Ihr Durst? Möchtet Ihr etwas trinken?“

[Guide:] „Wir machen gleich eine Pause, dann können die Kinder essen und trinken.“

[Mutter I:] „Okay. Dann bastelt erst einmal fertig.“


[Mutter II:] „Habt Ihr Durst? Möchtet Ihr etwas trinken?“

[Kinder:] „Jaaaaaa!!!! Und Hunger! Was gibt es zu essen?“

[Mutter II:] „Hier sind Becher. Könnt Ihr Eure Namen auf die Becher schreiben?“

[Mutter I:] „Hier ist Marmorkuchen. Wer möchte Kuchen?“

[Mutter II:] „Gut, dass wir den Marmorkuchen gebacken haben. Der passt wenigstens zur Location.“

[Mutter I:] „Wieso? Das Thema waren doch Meerschweinchen und Indianer?“

[Mutter II:] „Wer möchte Wasser? Wir haben Wasser. Und Saft.“

[Kinder, durcheinander:] „Wasser!“,  „Saft!“, „Gibt es auch Apfelsaft?“, „Ich möchte Orangensaft. Und Wasser.“


[Guide:] „So, jetzt stellt Euch bitte hier an. Zuerst das Geburtstagskind.“

[GJ:] „Wieso wird mein Gesicht jetzt gelb geschminkt?“

[Guide:] „Das ist nur die Unterfarbe. Das Muster kommt noch.“

[Kind I:] „Ich möchte nicht geschminkt werden.“

[Kind II:] „Ich auch nicht.“

[Guide:] „Okay. Kein Problem. Jeder, wie er möchte.“

[Alle Kinder bis auf Kind I und Kind II werden mit gelber Grundierung geschminkt.]

[Guide:] „So, jetzt wieder das Geburtstagskind. Jetzt kommt das Muster!“

[GJ:] „Das bin ich!“

[GJ:] „Mami, kann ich auf Deinem Telefon gucken, wie ich aussehe? Wow – ist das toll geworden!“

[Kind II:] „Kann ich auch geschminkt werden? Ich möchte auch geschminkt werden!“

[Guide:] „Okay, komm‘ her. Jeder, wie er möchte.“

[Kind III:] „Guck‘ mal, mein Gesicht sieht ganz anders aus als das vom großen Jungen!“

[Guide:] „Ja, klar! Jaguare sind ja auch verschieden, wie Menschen.“

[GM:] „Tante, kann ich auf Deinem Telefon gucken, wie ich aussehe? Wow – ist das toll geworden! Kannst Du ein Foto von mir und vom großen Jungen zusammen machen?“


[Guide:] „So. Jetzt machen wir mit unseren Meerschweinchen ein Schattenspiel. Das Geburtstagskind zuerst!“

[GJ und GM führen ein Schattenspiel auf, danach zwei weitere Kinder, danach die verbliebenen drei Kinder.]

[GJ läuft zum Guide:] „Mein Stirnband ist abgerutscht. Können Sie das bitte wieder festmachen?“

[Guide:] „Ja, klar! Willst Du noch einmal mitspielen? Dann geh‘ schnell hinter den Vorhang!“

[GJ:] „Au ja!“


[Nach dem Schattenspiel gehen die Kinder los auf Feder- und Edelsteinsuche in den verschiedenen Bereichen des Museums. Geschützt werden sie dabei durch ein selbstgebasteltes Muschel-Amulett, das jedes Kind um den Hals trägt.]

[GM:] „Ich will nicht durch die Tür da! Ich habe Angst!“

[Guide:] „Jeder darf Angst haben. Das ist nicht schlimm. Und Du hast ja das Amulett, das Dich schützt.“

[GM:] „Das Amulett hilft gar nicht. Ich habe Angst.“

[GJ:] „Das ist das Amulett des siebenfachen Sonnenkreises.“

[Kind III:] „Das Amulett schützt uns nicht wirklich. Ich denke nur, dass es mir Mut gibt, und deshalb habe ich auch Mut.“

[Die Kinder arbeiten sich feder- und edelsteinsuchend am Maori-Haus vorbei über den Maskensaal, diverse südamerikanische Indianerstämme sowie Südseefahrzeuge und balinesische Musikinstrumente vor bis zu den Mayas.]

[Guide:] „Guckt mal hier – was ist das?“

[Kind III:] „Ein Fußball!“

[Guide:] „Fast! Hebt den mal hoch. Das Geburtstagskind zuerst!“

[GJ:] „Boah, ist der schwer!“

[Alle Kinder heben den Ball an und probieren aus, wie schwer er ist.]

[GM:] „Wie schwer ist der?“

[Guide:] „Oh, ganz genau weiß ich das gar nicht.“

[Mutter I:] „4,5 Kilo. Hier steht’s.“

[Mutter I zu GM:] „Weißt Du was? Der ist genauso schwer, wie der kleine Junge, als er geboren wurde.“

[GM:] „Echt? Ooahh.“

[Guide:] „Und wisst Ihr, womit die Mayas den geschlagen haben?“

[Kinder, durcheinander:] „Mit der Hand?“, „Mit dem Fuß?“, „Mit dem Kopf?“, „Mit dem Popo!“, „Mit dem Popo!“

[Guide:] „Ja, genau: Die haben Hüftball gespielt.“


[Nach drei Stunden sind alle Federn und Edelsteine gefunden, und die Kinder fahren schatzbeladen zum großen Jungen nach Hause, wo es zum Abschluss der Feier Würstchen und Kartoffelsalat für alle gibt.]

[Mutter II:] „Wer möchte Kartoffelsalat?“

[GJ:] „Ich!“

[Kleines Mädchen, die nicht mit ins Museum durfte, deshalb vorher SEHR schlechter Laune war und dann 2,5 Stunden geschlafen hat:] „Nein!“

[GJ:] „Aber das ist der leckere Kartoffelsalat von Deinem Papa!“

[Nach und nach werden alle Kinder abgeholt. Als letztes wird das Kind abgeholt, das als erstes gebracht wurde.]


 

 

 

 

 

 

 

 

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