unterwegs

[Berlin*. Samstagmorgen.]

[folienstern:] „So, jetzt muss ich noch meine Sachen packen, damit das große Mädchen und ich dann losfahren können. Kleiner Junge, was machst Du denn da? Ich hatte doch gerade aufgeräumt!“

[KJ:] „Da! Da rein!“ [Kleiner Junge schüttet lauter Kronkorken im (sehr engen) Flur aus und räumt sie wieder in ein Glas.]

[folienstern:] „Oh.“

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Ausgekippt.

[Hamburg. Samstagmorgen.]

[kneteeis:] „So, alles fertig – jetzt mache ich noch schnell ein Foto von unserem Gepäck. Oh je – dazu muss ich auf den Tisch steigen, warte…“

[GJ:] „Warte – ich will auch auf den Tisch!“

[Es scheppert gewaltig. GJ:] „Aua!“

[kneteeis:] „Oh nein! Jetzt bist Du gegen die Lampe gestoßen! Und jetzt sind alle Glühbirnen kaputt!“

[GJ:] „Und ich habe einen Ratscher auf der Nase!“


[Berlin-Spandau. Kurz nach dem Einsteigen in den Zug.]

[folienstern:] „So, jetzt gucke ich mal, ob wir Papa, dem kleinen Mädchen und dem kleinen Jungen noch zuwinken können. Und dann richten wir es uns gemütlich ein. Wir müssen ja nicht umsteigen.“

[GM:] „Darf ich dann was schauen?“

[folienstern:] „Ok. Erst kannst Du noch schnell ein Kapitel in Deinem Buch lesen. Und nach dem Schauen dann spielen wir was.“

[GM:] „Auja, Drecksau!“


[Beim Landeanflug auf Frankfurt.]

[GJ:] „Oh, guck‘ mal! Man kann ganz toll den Frankfurter Flughafen sehen! Gibst Du mir das Telefon? Dann mache ich Fotos!“

[Etwas später am Gate nach Mexico City.]

[GJ:] „Guck‘ mal! Unsere Maschine steht da schon! Und weißt Du was: Ich glaube, das Flughafen-Puzzle, was ich habe, wurde genau hier gemacht – da sieht man hinten auch den Tower und die Gebäude und noch die Maschinen, und vorne steht ein Jumbo, genau wie unserer!“


[Samstagabend. Süddeutschland.]

[Oma:] „Es gibt gleich Raclette.“

[GM:] „Super. Ich bin auch schon richtig hungrig.“

[folienstern:] „Ach, Moment.“

[Oma:] „Die Mama macht jetzt sicher ein Foto fürs Blog.“

[GM nach der dritten oder vierten Portion:] „Kann ich jetzt auch mal zweipfännig braten? Ich hab immer noch Hunger!“


[Mexico City. Abends Ortszeit.]

[GJ:] „Da sieht man schon Mexico City!“

[kneteeis:] „Oh, toll! Machst Du ein Foto für mich?“

[GJ:] „Aber nur eins!“

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Mexico City.

[Süddeutschland. Sonntagmorgen.]

[folienstern:] „Oh, das Wetter ist so schön. Komm, großes Mädchen, wir gehen nochmal spazieren.“

[GM:] „Keine Lust.“

[folienstern:] „Trotzdem. Du kannst ja Fotos mit Deinem Handy machen.“

[GM:] „Auja, dann mach ich auch einen Blog.“

[Im Dorf.]

[GM:] „Ohh, die Brücke ist so schön. Ich mach mal ein Foto. Und dann dreh ich ein Video.“

[Etwas später. GM:] „Pferde! Da sind Pferde! Komm, da gehen wir hinterher. Ich liebe nämlich Pferde!“

[folienstern:] „Wollen wir noch an der Grundschule vorbeigehen? Da in der Nähe hat Papa früher mal eine Höhle gebaut.“

[GM:] „Hmm.“

[Neben der Grundschule stehen Kunstwerke.]

[folienstern:] „Ach, guck mal, das ist ja schön!“

[GM:] „Wem gehören die? Wer hat die gemacht?“

[folienstern:] „Keine Ahnung. Müssen wir Oma mal fragen.“

[GM:] „Das meiste finde ich schön. Aber das Segelboot finde ich unheimlich. Ich glaube, da hat jemand Müll genommen und dann was Schönes draus gemacht. Und ich möchte mal in die Grundschule gehen.“

[folienstern:] „Naja, diese Woche ist ja noch Schule, wenn Ihr wieder aus Wien zurück seid, die Oma und Du. Vielleicht könnt Ihr dann mal mitgehen, das kleine Mädchen und Du.“

[GM:] „Auja!“


[Mexico City. Sonntagmorgen Ortszeit, sehr früh.]

[GJ:] „Wann gibt es endlich Frühstück? Ich habe schon solchen Hunger!“

[kneteeis:] „Leider erst ab acht Uhr…“

[GJ:] „Dann ist es in Deutschland ja schon drei Uhr nachmittags – bis dahin bin ich verhungert!“

[Etwas später. kneteeis:] „Jetzt ist es zehn vor acht. Jetzt gucken wir mal, ob wir schon Frühstück bekommen…“

[GJ:] „Ja! Guck‘ mal! Da unten ist schon gedeckt! Ich laufe schnell runter!“

[GJ:] „Wow – das sieht lecker aus! Ich nehme als erstes Müsli, und dann nehme ich so ein Brot mit Loch, erst mit Käse und dann mit Marmelade. Und dann nehme ich noch eins von diesen süßen Teilen – das mit dem vielen Zucker und dem Kreuz. Das ist meins – das darfst Du nicht nehmen!“

[kneteeis:] „Okay, alles klar. Ich nehme auch erst einmal ein Müsli. Und einen Tee.“

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Brot mit Loch.

[Sonntag. Süddeutschland. Nach dem Mittagessen.]

[folienstern:] „Viel Spaß in Wien und gute Reise!“

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Aufbruch nach Wien.

[Mexico City. Sonntagvormittag Ortszeit.]

[GJ:] „Als erstes möchte ich da hoch zu der Burg.“

[kneteeis:] „Okay, zum Castillo de Chapultepec. Da können wir zu Fuß hinlaufen.“

[GJ:] „Ich nehme den Stadtplan!“

[Kurz darauf, an der Kontrolle vor dem Aufstieg zum Castillo. GJ:] „Wieso sind hier so viele Polizisten? Ist das die Burg von Sarastro?“

[kneteeis:] „Ich glaube nicht. Ich denke, die passen einfach auf, dass nichts passiert.“

[Am Eingang zum Castillo. Polizistin (auf Spanisch):] „Das Wasser dürfen Sie nicht mitnehmen, das müssen Sie austrinken.“

[GJ:] „Das ist ja hier wie am Flughafen! Man wird dauernd kontrolliert, und man darf keine Flüssigkeiten mitnehmen!“

[Kurz darauf. GJ:] „Ich muss mal!“

[kneteeis:] „Komm‘, wir gucken auf den Plan…“

[GJ:] „Da steht baño – da müssten die Toiletten sein.“

[Beide machen sich auf den Weg zu dem entsprechend ausgeschilderten Raum. GJ:] „Oh – ich glaube, die dürfen wir nicht benutzen…“

[kneteeis:] „Oh nein – das sind die Bäder von Maximilian von Mexico und seiner Familie… – Aber guck‘ mal da: Da steht ein Schild sanitarios – das müsste richtig sein…“

[Kurz darauf. GJ:] „Bist Du sicher? Das sieht hier auch sehr elegant aus…“


[Etwas später. Kenntnis:] „Jetzt mache ich noch ein paar Bilder mit Dir und der Skyline von Mexico City – guck‘ mal da runter!“

[GJ:] „Das ist zu hoch, da muss ich mich hochziehen!“

[kneteeis:] „Aber nicht hochklettern!“

[Polizist (auf Spanisch):] „Du darfst da nicht hochklettern!“

[kneteeis:] „Sag‘ ich doch.“

[GJ:] „Mami! Guck‘ mal! Da hinten ist ein See, auf dem man Tretboot fahren kann! Können wir da hin gehen?“

[kneteeis:] „Ja, klar. Aber Tretboot fahren müssen wir hier nicht – das können wir auch auf der Alster.“

[Noch später im Museo de Antropologia.]

[kneteeis:] „Puh, ich brauche erst etwas zu essen, ehe ich das Museum besichtigen kann. Du auch?“

[GJ:] „Und etwas zu trinken! Wir haben ja kein Wasser mehr!“

[kneteeis:] „Oh, guck‘ mal! Das Brot mit dem Kreuz drauf ist ein besonderes Brot, was es hier zum Día de los Muertos gibt! Dann muss ich den Rest von heute früh ja direkt noch einmal fotografieren…“

[GJ:] „Ja, aber erst, wenn ich noch einmal abgebissen habe.“

[kneteeis:] „Okay – und dann bestellen. Nehmen wir diese Pfannkuchen, die wir vorhin schon im Park gesehen haben? Ich nehme die mit Spiegelei und Bacon.“

[GJ:] „Au ja! Und ich nehme die mit Apfel und Zimt.“

[Etwas später im Museum.]

[kneteeis:] „Guck‘ mal, da ist ein Modell von Teotihuacán. Das können wir uns schon einmal ansehen, damit wir am Dienstag wissen, wo was ist…“

[GJ:] „Die große Pyramide ist bestimmt die Sonnenpyramide.“

[Einige Räume weiter. kneteeis:] „Da unten sollen verschiedene Körperteile von einem Jaguar abgebildet sein – kannst Du das erkennen?“

[GJ:] „Ich sehe eigentlich nur Fußabdrücke. Mal mit den Zehen, und mal mit dem ganzen Fuß…“

[Viele, viele Räume weiter.]

[GJ:] „Jetzt reicht es mir, jetzt kann ich mir keine Indianer mehr merken.“

[kneteeis:] „Wollen wir zurück ins Hotel?“

[GJ:] „Ja, und ich nehme wieder den Stadtplan. Aber dieses Mal machen wir noch Pause im Park und ich gehe auf den Spielplatz.“

[kneteeis:] „Okay – warte, ich stecke nur kurz die Bücher, die wir gekauft haben in den Rucksack. Setz‘ Dich mal kurz da hin und halte den Rucksack auf!“

[Polizisten (auf Spanisch):] „Da darf man nicht sitzen!“

[kneteeis:] „Ups – Verzeihung. Dann halte den Rucksack halt im Stehen auf.“

[Rund 1,5h Stunden später nach einem langen Spielplatzbesuch.]

[GJ:] „Wie gut, dass es im Hotel immer Wasser gibt!“

[kneteeis:] „Allerdings. Komm‘, wir gehen hoch ins Zimmer, und dann mache ich noch ein Foto aus dem Fenster von dem Saftstand unten vor unserer Tür.“


* Für diejenigen, die unserem Blog nicht regelmäßig folgen: Der große Junge (GJ) lebt mit seiner Mutter (kneteeis) in Hamburg; das große Mädchen (GM) und das kleine Mädchen (KM) leben mit dem kleinen Jungen (KJ), ihrer Mutter (folienstern) und ihrem Vater in Berlin. An diesem Wochenende sind der große Junge und seine Mutter auf dem Weg nach Mexico, und folienstern reist mit dem großen Mädchen nach Süddeutschland. Alle Projekte, Produkte oder Veranstaltungen, die wir namentlich nennen oder verlinken, erwähnen wir, weil wir sie gut finden; wir erhalten dafür keinerlei materielle Vorteile.

… und wie immer gibt es weitere Wochenendblogs mit mehr und weniger Bildern heute Abend ab etwa 21 Uhr bei Susanne Mierau in ihren Blog ‚Geborgen Wachsen‘.

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