glatteis, hausbau und ein aquarium für caesars sohn

[Hamburg. Freitag Abend.]

[Mutter:] „Weißt Du, was ich morgen machen möchte?“

[GJ:] „Nee.“

[Mutter:] „Einen langen Spaziergang zu dem Möbelgeschäft, wo wir unsere neuen Balkonmöbel bestellen können. Wir können auch unterwegs Pokémon-Eier ausbrüten, und vielleicht kommen wir sogar an einer Arena vorbei.“

[GJ:] „Okay, meinetwegen. Hast Du die grüne Null gesehen?“

[Mutter:] „Wie bitte?“

[GJ:] „Die grüne Null – ich sortiere gerade die Uno-Karten.“

[Mutter:] „Nee – tut mir leid.“


[Hamburg. Samstag früh.]

[Mutter:] „So – jetzt möchte ich losgehen. Ich messe nur vorher schnell den Balkon noch einmal aus.“

[Die Mutter macht einen Schritt auf den Balkon:] „Ups – oh je. Ich glaube, es ist ziemlich glatt.“

[GJ:] „Wirklich? Lass‘ mich mal probieren:“

[Der große Junge geht mit Socken auf den Balkon:] „Hm – ich finde es gar nicht rutschig.“

[Mutter:] „Du hast ja auch Socken an und keine Schuhe. Die Socken frieren einfach fest.“

[Beide schlittern sehr langsam und vorsichtig und mit einigen Zwischenstopps in anderen Geschäften zum etwa 3km entfernten Möbelgeschäft und suchen die gewünschten Balkonmöbel aus.]

[GJ:] „Jetzt möchte ich noch zu der Arena.“

[Mutter:] „Okay, aber wir gehen über die Ampel. Bei dem Wetter gehe ich nicht einfach so über die Straße. Und danach nehmen wir den Bus zurück.“

[Etwas später an der Bushaltestelle. Mutter:] „Oh je – jetzt habe ich gar keine Fotos für den Blog gemacht.“

[GJ:] „Ich mache das Eis von der Bank ab. Das kannst Du fotografieren.“

[Mutter:] „Hm – wenn Du meinst?“

[Etwas später, kurz vor der Haustür. Der große Junge rutscht auf dem spiegelglatten Pflaster herum:] „Jetzt kannst Du einen Film machen, wie ich hier rutsche – das können wir dann für den Blog nehmen.“

[Mutter:] „Okay, gute Idee.“


[Hamburg. Sonntag nachmittag. Der große Junge hat Besuch von einer Freundin, die er noch aus Kita-Zeiten kennt.]

[GJ:] „Freundin? Wollen wir das Haus weitermachen, das wir neulich angefangen haben?“

[Freundin:] „Oh ja! Wir malen das ganz bunt an! Wir machen eine richtige Villa Kunterbunt!“

[GJ:] „Okay – ich mache diese Seite, Du machst die. Aber nicht wackeln!“

[Freundin:] „Hey – Du ziehst mir immer das Haus weg.“

[GJ:] „Warte – ich muss hier den Namen drankleben.“

[Freundin:] „Kannst Du denn ‚Villa Kunterbunt‘ schreiben?“

[GJ:] „Klar!“

[Etwas später. Freundin:] „Du hast das falsch geschrieben!“

[GJ:] „Was denn?“

[Freundin:] „Das muss doch hinten -er heißen, nicht -a.“

[GJ:] „Dann ändere es doch!“

[Freundin:] „Nee – wir lassen das jetzt so. Das ist eine Erinnerung daran, dass wir in der ersten Klasse waren, als wir das gebastelt haben.“


[Etwas später.]

[Die Freundin entdeckt Pfeil und Bogen:] „Können wir Indianer spielen?“

[GJ:] „Och nö. Lieber Römer und Ägypter!“

[Freundin:] „Wer sind denn Römer und Ägypter?“

[GJ:] „Mama, kannst Du mal erklären, wer Römer und Ägypter waren?“

[Mutter:] „Das waren Völker, die vor etwa 2.000 Jahre in Europa lebten. Die Römer lebten vor allem da, wo heute Italien ist. Und die Ägypter in Ägypten.“

[GJ:] „Also waren die Ägypter eigentlich Afrikaner.“

[Freundin:] „Kann ich Römer sein?“

[GJ:] „Aber die Römer hatten kein Pfeil und Bogen. Die hatten Schwerter und Lanzen.“

[Freundin:] „Wer kann ich dann sein?“

[GJ:] „Du kannst Kleopatra sein. Dann spielen wir Caesar und Kleopatra.“

[Freudin:] „Und wann darf ich mit Pfeil und Bogen schießen?“

[GJ:] „Wir schießen gar nicht. Wir wollen Frieden schließen. Wir fahren jetzt erstmal mit dem Schiff nach Ägypten.“

[Freudin:] „Können wir Musik anmachen?“

[GJ:] „Die hatten doch damals noch kein Radio. Überhaupt gar nichts, was mit Elektrizität ist. Du kannst höchstens selbst Musik machen.“

[Einige Seemeilen später. Freundin:] „Wollen wir jetzt Lego bauen?“

[GJ:] „Okay – ich bin im Spiel der Botschafter von Caesar, und ich soll Spielzeug bringen für das Kind von Caesar und Kleopatra. Ich baue jetzt ein Aquarium. Und ein Feuerwehrauto und ein Müllauto haben wir schon!“

[Mutter beim Korrekturlesen des Blogs:] „Aber Autos gab es doch damals auch noch nicht, oder?“

[GJ:] „Ja, ich weiß. Aber ich habe mir das einfach so ausgedacht, damit ich dann nicht noch etwas neues bauen musste.“


… und wie immer gibt es weitere Wochenendblogs mit mehr und weniger Bildern bei Susanne Mierau in ihren Blog ‚Geborgen Wachsen‘.

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