her mit 2018!

[Hamburg*. Samstagmorgen.]

[kneteeis:] „So, jetzt sind alle Berliner wieder weg. Möchtest Du ein Ei zum Frühstück?“

[GJ:] „Ja, gerne!“

[kneteeis:] „Was für eins denn? Ein gekochtes? Ein gepoachtes? Ein gerührtes? Ein gespiegeltes?“

[GJ:] „Von jedem ein Viertel. Ein Viertel gekocht, ein Viertel gepoacht, ein Viertel gerührt und ein Viertel gespiegelt.“

[kneteeis:] „Ich fürchte, das kriege ich nicht hin – es ist ja keiner mehr da, der die anderen Viertel alle aufessen kann. Ich mache uns gepoachte Eier, okay?“

[GJ:] „Och Mann…“

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Doch nur eine Sorte Ei.

[Berlin. Samstagmittag.]

[Vater:] „Fährst Du die Kinder abholen? Dann kann ich hier noch mit der Wand weitermachen.“

[folienstern:] „Okay. Ich bin ja mal echt gespannt, wie die erste Fahrt vom großen und kleinen Mädchen ganz alleine war. Der Opi hatte schon angerufen, in welchem Wagen sie sind. Und ich bin gespannt, wie weit Du mit den Zimmern nachher bist.“

[Das große und das kleine Mädchen sind zum ersten Mal alleine von Hamburg nach Berlin gefahren. Und der Vater war am Wochenende dabei, den Weihnachtsgutschein für eigene Zimmer durch das Einreißen und Aufbauen von Wänden einzulösen.]

[Am Bahnhof steigen das große und das kleine Mädchen wohlbehalten aus und werden von folienstern in Empfang genommen.]

[GM, KM:] „Mama!“

[folienstern:] „Na, Ihr Weltreisenden? Hat alles geklappt?“

[GM:] „Ja.  Und ich kann Dir sogar noch neun Euro wiedergeben. Wir haben jeder einen Flammkuchen gehabt und eine Apfelsaftschorle, und es hat perfekt geklappt.“

[KM:] „Und wir haben UNO gespielt. Dreimal. Und im Abteil waren ganz nette Leute. Einmal habe ich sogar mit dem Jungen alleine UNO gespielt.“

[folienstern:] „Prima!“

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Angekommen.

[folienstern flüstert zum KM:] „Kleines Mädchen, hast Du Lust, dass wir zugucken, wie das große Mädchen Ohrlöcher bekommt?“

[KM:] „Au ja! Wenn ich neun bin, kriege ich dann auch Ohrlöcher?“

[folienstern:] „Ja.“

[Beim Juwelier. GM:] „Mama, welche Ohrringe soll ich nehmen?“

[folienstern:] „Du wolltest viereckige.“

[Juwelierin:] „Guck mal, die mit den Steinen sind so eckig.“

[GM:] „Au ja, dann nehm ich die.“

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Ein frisches Ohrloch.

[Hamburg. Samstagnachmittag.]

[kneteeis:] „Ich mache jetzt einen kurzen Mittagsschlaf – irgendwie habe ich heute nacht nicht so gut geschlafen. Weckst Du mich, wenn ich um viertel vor zwei noch nicht wieder aufgestanden bin?“

[GJ:] „Okay. Ich baue inzwischen weiter Playmobil auf.“

[Etwas später. kneteeis:] „Ich bin schon wach. Und weißt Du, was wir jetzt machen?“

[GJ:] „Was denn?“

[kneteeis:]  „Wir basteln jetzt eine Demo in Playmo-City. Dann liegen die ganzen unbenutzten Figuren nicht so herum, sondern können auf dem großen Platz zwischen der Schule und dem Flughafen an der Demo teilnehmen.“

[GJ:] „Und wofür demonstrieren die?“

[kneteeis:] „Für 2018. Und gegen 2017. Und auf die Schilder schreiben wir lauter Sachen, die wir uns für 2018 wünschen.“

[GJ:] „Au ja! Und ich bastele auch noch Feuerwerkskörper. Bei Familie Hauser gab es eine Anleitung, wie man das macht! Ich hole schon mal das Papier und die Schneidemaschine…“

[kneteeis:] „Ich mache als erstes ein große Transparent!“

[GJ:] „Haben wir Prospekte mit Bildern von Feuerwerkskörpern? Die brauche ich zum Basteln.“

[kneteeis:] „Hm, ich glaube nicht. Aber ich kann Dir aus dem Internet was ausdrucken. Gleich, okay?“

[GJ:] „Okay. Ich mache erstmal selbst ausgedachte.“

 

[Etwas später. GJ:] „Guck‘ mal, mein selbstausgedachtes Feuerwerk können die Playmos sogar in die Hand nehmen. Dafür muss man zwei Zahnstocher zusammenkleben, dann geht das.“

[kneteeis:] „Wow – super! Guck‘ mal, ich habe schon ein großes Transparent und mehrere Schilder gemacht.“

[GJ:] „Oh super! ‚Geschenke statt G20‘ ist toll.“

[kneteeis:] „Was soll ich noch für eins machen?“

[GJ:] „Vielleicht: ‚Knaller statt Kriege‘?“

[kneteeis:] „Wieso das denn?“

[GJ:] „Naja, wenn alle Leute, die gerne Explosionen und so etwas mögen, zu Silvester Knaller knallen, dann müssen sie später im Jahr keine Kriege mehr führen.“

[kneteeis:] „Ach so, ja, klar. Okay.“

[GJ:] „Ich möchte auch noch zwei Schilder machen. Eins mit: ‚Nie wieder Oliven‘, aber das schreibe ich absichtlich falsch, weil das Mädchen wohl noch in der Kita ist und keine Oliven mag und nicht richtig verstanden hat, was man auf die Schilder schreiben soll. Und eins mit: ‚Wieder Regierung!‘, damit wir in Deutschland wieder eine Regierung bekommen.“

[kneteeis:] „Klasse. Ich mache inzwischen noch ein großes Herz und ein Schild mit: ‚Die anderen haben auch mal recht‘.“

[GJ:] „Und das nimmt dann Karlchen Knack – der versteckt sich in der Demo, damit ihn die Polizei nicht findet.“

 


[Berlin. Samstagnachmittag.]

[KM:] „Mama, braucht Ihr diese Pappe?“

[folienstern:] „Ne, kannst Du haben.“

[KM:] „Oh gut. Ich muss nämlich was Wichtiges basteln.“

[Etwas später. KM:] „Mama, guck mal. Das ist eine Murmelbahn. Hier muss man die Murmeln drauftun, und dann muss man so kullern, dass sie in die Löcher kommen. Ich weiß, das ist ziemlich schwierig!“

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Murmelbahn.

[Hamburg. Etwas später. kneteeis:] „Möchtest Du noch mehr Schilder malen?“

[GJ:] „Nee. Ich möchte jetzt spielen.“

[kneteeis:] „Oh, es hat gerade aufgehört zu regnen. Was hältst Du davon, wenn wir jetzt erst noch einmal auf den Weihnachtsmarkt gehen, damit Du noch ein paar Runden Karussell fahren kannst?“

[GJ:] „Okay, ich ziehe mich schnell um. Weißt Du was, Mama?“

[kneteeis:] „Was denn?“

[GJ:] „Gestern auf dem Karussell habe ich bei der letzten Runde fast geweint, weil ich daran denken musste, dass der Weihnachtsmarkt dann ja bis nächstes Jahr weg ist.“

[kneteeis:] „Na, wie gut, dass wir heute noch einmal hingehen.“

[GJ:] „Ja. Das ist auf jeden Fall das schönste Karussell der Welt.“

 


[Berlin. Sonntagvormittag.]

[GM, KM:] „Wann kommt endlich unser Besuch?“

[folienstern:] „Heute abend erst. Aber das ist ganz gut, denn noch sind ja die Wände oben nicht fertig, und die sollen ja da oben schlafen.“

[Später. Vater:] „So, ich glaube, jetzt kann man da Gäste reinlassen.“

[GM, KM:] „Ich will’s sehen!“

[Alle:] „Boah!!“

[GM:] „Cooles Zimmer.“

[KM:] „Mein Zimmer soll auch cool sein. Aber ich komm da gar nicht rein, weil da so viele Sachen liegen!“

[folienstern:] „Stimmt. Die von dem alten Zimmer vom großen Mädchen. Aber die räumen wir auch noch auf, versprochen!“

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Neues Zimmer.

[folienstern:] „Hol‘ doch schon mal eine Kiste aus dem Keller, kleines Mädchen, dann kannst Du wenigstens schon den Schreibtisch abräumen.“

[KM etwas später aus dem Keller:] „Mamaaaaa – das geht nicht!“

[GM:] „Ich geh‘ schon helfen.“

[Etwas später. folienstern:] „Hat das geklappt mit den Kisten?“

[GM:] „Ja, das kleine Mädchen und der kleine Junge kommen gerade und tragen sie hoch!“

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[Hamburg. Sonntagvormittag.]

[kneteeis:] „Weißt Du was? Ich hätte Lust, heute zum Mittagessen Waffeln zu backen. Ich habe nach dem ganzen Fleisch über Weihnachten gar keine Lust auf etwas herzhaftes.“

[GJ:] „Au ja! Waffeln!“

[kneteeis:] „Willst Du mitbacken?“

[GJ:] „Nee. Ich gucke mir lieber die Sendung mit der Maus an.“

[kneteeis:] „Wir könnten aber den Teig mit der Küchenmaschine von Omi machen, die Opi uns zu Weihnachten mitgebracht hat…“

[GJ:] „Au ja! Dann will ich mitmachen! Wartest Du auf mich, bis die Maus fertig ist?“

[kneteeis:] „Okay. Ich räume inzwischen im Kühlschrank auf.“

[Etwas später. GJ:] „Jetzt bin ich fertig – ich tue alles in die Küchenmaschine, und dann stelle ich sie auch an, okay?“

 

[Etwas später. GJ:] „Jetzt können wir ja etwas anderes machen, während die Küchenmaschine läuft. Was denn?“

[kneteeis:] „Vielleicht die Spülmaschine ausräumen?“

[GJ:] „Okay. Ich reiche Dir die Sachen an, und Du stellst sie in den Schrank.“


[Berlin. Sonntagmittag.]

[folienstern:] „Kinder, wollt Ihr zu den Nudeln auch Soße? Großes Mädchen, die ist mit Lachs.“

[GM, KM:] „Nee, nur Nudeln.“

[folienstern:] „Schade, das sieht so schön bunt aus. Egal, dann gibt’s nur ein Foto für den Blog.“

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Nudeln mit Lachs und buntem Mangold.

[Hamburg. Sonntagmittag.]

[GJ:] „Wann werfen wir denn die Knallerbsen und brennen die Wunderkerzen ab? Heute abend bin ich ja mit Papa unterwegs.“

[kneteeis:] „Vielleicht gleich nach dem Essen? Wir könnten gucken, wann es in Sydney Mitternacht ist, und dann feiern wir einfach dann auch.“

[GJ:] „Au ja! Wie spät ist es jetzt in Sydney?“

[kneteeis:] „Fünf nach elf.“

[GJ:] „Dann stellen wir uns den Timer auf 50 Minuten, und dann ziehen wie Schuhe und Jacken an, dann sind wir rechtzeitig um Mitternacht in Sydney auf dem Balkon.“

[Um Mitternacht in Sydney. GJ:] „Erst werfen wir eine Packung von den kleinen Knallteufeln und eine von den großen Knallerbsen, um die bösen Geister zu verjagen. Dann brennen wir alle Wunderkerzen ab, damit 2018 ganz viel Gutes bringt. Und wir schreiben mit den Kerzen 2018 in die Luft. Dann werfen wir die anderen Knallerbsen und Knallteufel, falls noch böse Geister übrig sind. Und dann brennen wir die letzte Wunderkerze ab, um alles noch einmal schön zu machen.“

[kneteeis:] „Okay, los geht’s. Zuerst die kleinen Knallteufel…“

[Kurz darauf. GJ:] „Jetzt die Knallerbsen. Hier ist die ganze Packung. Halt mal fest.“

[Es kracht. GJ:] „Was war das denn?“

[kneteeis:] „Mir sind die ganzen Knallerbsen in eins runtergefallen. Entschuldige bitte, das war nicht mit Absicht.“

[GJ:] „Macht nichts. Gegen die bösen Geister war das sicher gut. Jetzt die Wunderkerzen.“

 


[Hamburg. Sonntagnachmittag.]

[kneteeis:] „So, jetzt haben wir noch eine Stunde Zeit, ehe Papa Dich abholt. Was möchtest Du noch machen?“

[GJ:] „Ich packe schnell meine Sachen, dann ziehe ich mich schön an für das Konzert nachher, und dann spielen wir noch eine Runde Rummicub.“

[kneteeis:] „Okay, alles klar.“

[GJ:] „Mama?“

[kneteeis:] „Ja?“

[GJ:] „Ich freue mich schon so auf das Konzert. Also Mozart ist ja mein Lieblingskomponist, aber ich glaube, Beethoven kommt direkt danach. Und die ‚Ode an die Freude‘ ist sowieso eines meiner Lieblingsstücke. Schade, dass ich mein Klavier nicht mit in die Musikhalle nehmen kann. Sonst könnte ich dabei direkt mitspielen.“

 


[In Berlin gab es am Sonntagabend außer Knallern auch noch eine mysteriöse Schnittverletzung vom kleinen Jungen, die zu Neujahr noch eine Tour zur Notfallambulanz nötig machte. Deshalb gibt’s statt schöner Dialoge nur ein Bild von dem wahrhaft imposanten Verband, der die Belohnung für drei Stunden heldenhaftes Warten war, und einen Dialog zwischen folienstern und kneteeis:

[kneteeis:] „Habt Ihr denn ein schönes Foto für unseren ersten Instagram-Post?“

[folienstern:] „Nee, nicht wirklich. Nur den Verband.“

[kneteeis:] „Aber wir wollen doch keinen Daumen-hoch-Account!“

[folienstern:] „Naja, das ist ja auch eher Daumen runter.“

[kneteeis:] „Zumindest war es nicht mit Absicht!“

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Daumen kaputt – nicht mit Absicht!

* Für diejenigen, die unserem Blog nicht regelmäßig folgen: Der große Junge (GJ) lebt mit seiner Mutter (kneteeis) in Hamburg; das große Mädchen (GM) und das kleine Mädchen (KM) leben mit dem kleinen Jungen (KJ), ihrer Mutter (folienstern) und ihrem Vater in Berlin. Alle Projekte, Produkte oder Veranstaltungen, die wir namentlich nennen oder verlinken, erwähnen wir, weil wir sie gut finden; wir erhalten dafür keinerlei materielle Vorteile.

… wie immer gibt es weitere Wochenendblogs mit mehr und weniger Bildern bei Susanne Mierau in ihren Blog ‚Geborgen Wachsen‘ – heute allerdings laut wohlinformierten Quellen erst später als zur gewohnten Zeit.

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