überall erster advent

[Hamburg*. Freitagnachmittag am Dammtor-Bahnhof.]

[GJ:] „Ich laufe einmal bis ganz vorne, okay?“

[kneteeis:] „Meinetwegen.“

[Kurz darauf. GJ:] „Kommt die Freundin gleich, die mit uns nach Frankfurt fährt?“

[kneteeis:] „Bestimmt. Und falls sie ein paar Minuten vor Abfahrt noch nicht da ist, rufe ich noch einmal an.“

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Ganz vorne.

[Berlin. Samstagmorgen.]

[folienstern:] „Was gibt es denn zum Frühstück?“

[Vater:] „Wir haben Speck und Eier, die könntest Du braten.“

[folienstern:] „Hmm – ich kann’s ja mal versuchen. Kleiner Junge, was machst Du denn?“

[KJ:] „Meiner!“

 

[folienstern:] „Wir müssen irgendwas tun, damit der kleine Junge nicht immer die Speisekammer und die Putzsachen ausräumt.“

[Vater:] „Ich setz mal den Riegel um, dann können wir die Speisekammer zuschließen.“

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Riegel – zu.

[Eine halbe Stunde später.]

[folienstern:] „Kleines Mädchen, woher hast Du denn die Kekse?“

[KM:] „Die hab ich nicht geholt. Die hat der kleine Junge geholt.“

[folienstern:] „Aber die waren doch in der Speisekammer. Und die war zu.“

[KM:] „Der kleine Junge kann den Riegel aufmachen.“

 


[Frankfurt. Samstagmorgen.]

[kneteeis:] „So, wir gehen jetzt los und besuchen unsere anderen Freunde zum Frühstück. Danach melden wir uns dann bei Euch, und dann können wir uns alle in der Stadt treffen.“

[Gastgeber:] „Alles klar. Wir gehen inzwischen auf den Markt und kaufen für heute Abend ein.“

[Kurz darauf beim S-Bahn-Fahren. kneteeis:] „Ich finde die Beschilderung hier ja nicht so klar wie in Hamburg. Man muss immer so genau hingucken, um zu sehen, welche Bahn man nehmen muss.]

[GJ:] „Und guck‘ mal hier: Da sind zwei U-Bahnen, die fast die ganze Zeit dieselbe Strecke fahren, und dann plötzlich nicht mehr. Da kann man total leicht durcheinander kommen.“

[kneteeis:] „Das stimmt.“

[GJ:] „Geht die Rolltreppe nach oben?“

[kneteeis:] „Ich glaube, die geht in beide Richtungen. Wir können gucken, wenn wir oben sind – eigentlich müsste sie dann wieder auf Grün schalten, und dann kann man runterfahren.“

[GJ:] „Das möchte ich sehen!“

 

[Kurz drauf bei den Freunden. kneteeis:] „Wow, sieht das lecker aus – wartet mal, ich mache kurz ein Foto für unseren Blog!“

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Frühstück.

[Berlin. Samstagmittag.]

[Vater:] „Ihr müsstest noch die Bücher in die Bibliothek bringen, da sind schon ganz viele Gebühren drauf.“

[folienstern:] „Okay, wenn’s sein muss.“

[GM:] „Au ja, dann können wir auf den Weihnachtsmarkt gehen.“

[folienstern:] „Okay.“

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Bibliothek.

[Auf dem Weihnachtsmarkt.]

[GM:] „Guck mal, Mama, da gibt es Lebkuchenherzen zum Selberverzieren. Kann ich eins haben?“

[folienstern:] „Ja. Und such‘ eins für das kleine Mädchen aus. Und weißt Du was? Dann nehmen wir davon welche für morgen mit, für die Kinder, die wir besuchen.“

[GM:] „Au ja. Meins mache ich heute nachmittag.“

 

[Etwas später zuhause. KM:] „Uuuaaahhh! Guck mal, ich bin ein Pirat!“

[folienstern:] „Oh, unheimlich.“

[KM:] „Ja, Papa hat mich nicht erkannt. Weil ich die Hände in den Ärmeln hatte.“

Ein Pirat.

[Frankfurt. Samstagmittag.]

[kneteeis:] „So, jetzt möchte ich mit Dir gerne in die Paulskirche und ins Goethe-Haus gehen, damit wir auch ein paar Sachen machen, die es nur in Frankfurt gibt. Frühstück gibt es ja anderswo auch.“

[GJ:] „Okay.“

[kneteeis:] „Ich sage nur kurz den Freunden Bescheid, damit wir uns dann später treffen können.“

[Kurz darauf in der Paulskirche. GJ:] „Guck‘ mal, das ist ja ein komischer Stimmzettel! Da steht nur ein Name drauf!“

[kneteeis:] „Ach – interessant. Das verstehe ich auch nicht genau. Ob das der Stimmzettel von dem Herrn war? Aber da ist ja nichts zum Ankreuzen. Oder ob man je nach dem einen Zettel mit einem Namen in eine Urne geworfen hat? Hmmm… – Hier steht auch leider nichts dazu.“

[Etwas später im Plenarsaal. GJ:] „Ich setze mich hier hin, dann bin ich auch ein Abgeordneter.“

[kneteeis:] „Prima, dann kann ich gleich ein Foto machen.“

[GJ:] „Und dann setze ich mich noch einmal in die erste Reihe, dann bin ich die Bundeskanzlerin.“

 


[Berlin. Samstagnachmittag.]

[GM:] „Ich hab Hunger. Kann ich eine Bratwurst im Brötchen haben?“

[folienstern:] „Wollen wir erstmal gucken, was es noch gibt?“

[GM:] „Guck‘ mal, die haben japanisches Essen!“

[Das große Mädchen bekommt eine frittierte Frühlingsrolle angeboten.]

[GM:] „Die ist lecker. Können wir davon eine Portion kaufen?“

[folienstern:] „Ok. Und ich nehme so einen chinesischen Hamburger.“

[Der Standbesitzer reicht noch eine Portion Nudeln dazu, umsonst.]

[GM:] „Ohhh, das ist lecker! Gut, dass ich hier stehengeblieben bin.“

 


[Frankfurt. Samstagnachmittag.]

[kneteeis:] „Und jetzt gehen wir weiter ins Goethe-Haus – das ist direkt um die Ecke.“

[GJ:] „Hat Goethe da gewohnt?“

[kneteeis:] „Ja. Er ist in dem Haus geboren, und er hat auch ziemlich lange da gewohnt.“

[GJ:] „Ist das wie ein Museum?“

[kneteeis:] „Eher wie ein Haus mit Einrichtung und so. Aber da wird auch einiges erklärt.“

 

[Kurz darauf im Goethe-Haus. GJ:] „Guck‘ mal wie viele Bilder! Ich zähle die mal… 1, 2, 3, … – Das sind 64 Bilder, die Goethe hier in dem Zimmer hatte.“

[kneteeis:] „Echt?“

[GJ:] „Ja, klar. Ich kann doch zählen!“

[Etwas später beim Rundgang. kneteeis:] „Guck‘ mal hier: Das ist das Schreibpult, an dem Goethe viele seiner Werke geschrieben haben soll. Stell‘ Dich doch mal daran!“

[Einige Zimmer weiter. GJ:] „Guck‘ mal, hier steht, wie Goethe geboren ist. Aber wieso hat er das selbst aufgeschrieben? Daran konnte er sich doch bestimmt nicht erinnern.“

[kneteeis:] „Vermutlich hat er sich das von seinen Eltern erzählen lassen. Du weißt ja auch, dass bei Deiner Geburt Schnee gelegen hat, obwohl Du Dich nicht selbst daran erinnerst.“

 


[Frankfurt. Samstagnachmittag.]

[kneteeis:] „So, jetzt treffen wir die Freunde bei der Kleinmarkthalle. Wir müssen noch Ente für heute Abend kaufen.“

[Kurz darauf bei der Kleinmarkthalle. Gastgeber:] „Meint Ihr, dass drei Enten reichen?“

[Gastgeberin:] „Drei Enten? Ist das nicht viel zu viel? Die kriegen wir doch gar nicht in den Ofen.“

[Gastgeber:] „Naja, wir sind fünf Erwachsene und zwei Kinder, und typischerweise bekommt jeder ein Stück Brust und ein Bein. Selbst wenn die Kinder Würstchen essen, wären zwei Enten zu knapp…“

[kneteeis:] „Also drei Enten?“

[Gastgeber zum Verkäufer:] „Drei Enten, bitte!“


[Frankfurt. Samstagabend.]

[Gastgeber:] „Großer Junge, möchtest Du Würstchen oder Ente?“

[GJ:] „Ich möchte die Ente probieren, bitte!“

[Etwas später. GJ:] „Ist noch mehr Ente da? Die ist so lecker.“

[Gastgeber:] „Die Ente ist jetzt alle. Wir hatten ja nur drei Stück. Ein Würstchen hätte ich noch.“

[GJ:] „Ich möchte kein Würstchen. Ich möchte noch Ente.“

[kneteeis:] „Die Ente ist alle. Aber es gibt gleich noch Nachtisch. Die Besucher haben Apple Crumble mitgebracht.“

[GJ:] „Ich hätte aber gerne noch Ente!“

[kneteeis:] „Na, jetzt, wo ich weiß, dass Dir das schmeckt und wo ich das Rezept vom Gastgeber kenne, kann ich ja zuhause auch mal Ente machen, okay?“

[GJ:] „Okay. Dann Apple Crumble. Und Vanillesauce.“

[Etwas später. GJ:] „Ist noch mehr Apple Crumble da? Der ist so lecker!“

[Gastgeber:] „Der Apple Crumble ist alle. Aber es gibt noch Vanillesauce.“

[GJ:] „Na gut, dann nur Vanillesauce.“

 


[Frankfurt. Sonntagmorgen.]

[Gastgeber:] „Großer Junge, hast Du Lust, Orangensaft zu machen?“

[GJ:] „Och nö.“

[kneteeis:] „Was? Ihr habt doch bestimmt eine Maschine zum Auspressen, oder? Das macht bestimmt Spaß! Komm‘, wir machen das zusammen.“

[GJ:] „Na gut.“

[Gastgeber (leicht geistesabwesend):] „Dann könnt Ihr als erstes mal die Tomaten vom Balkon holen.“

[GJ:] „Tomaten? Machst Du den Orangensaft aus Tomaten?“

[Gastgeber:] „Ja, klar. Und da steht die Tomatenpresse.“

[Etwas später. GJ:] „Sind noch mehr Tomaten da? Das macht so Spaß! Können wir so eine Maschine zuhause auch kaufen?“

[kneteeis:] „Hm, ich presse die Orangen immer mit der Hand aus…“

[GJ:] „Aber eine Maschine für Tomaten? Bitte!“

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Tomatenpresse.

[Berlin. Sonntagmorgen.]

[folienstern:] „Ach, jetzt hatte ich die Adventskerzen fotografieren wollen für den Blog. Na egal, dann nur die ausgepustete.“

[GM] „Guck mal, Mama! Wachs am Finger!“

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[Der kleine Junge holt den TripTrap, öffnet den Riegel der Speisekammertür, holt den Staubsauger raus, steckt den Stecker in die Steckdose.]

[folienstern:] „Ach, kleiner Junge, kannst Du bitte den Staubsauger stehenlassen?“

[Der kleine Junge schaltet den Staubsauger an:] „Meiner!“

„Meiner!“

[Hamburg. Sonntagabend auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause.]

[GJ:] „Zuhause können wir zehn Türchen aufmachen! Und unsere erste Kerze anzünden!“

[kneteeis:] „Zehn Türchen?“

[GJ:] „Ja – in den neuen Adventskalendern aus dem Goethe-Haus jeweils drei, das sind sechs. Und dann zwei von den Säcken für gestern und heute und zwei an dem Kalender, den mir die Nachbarin geschenkt hat. Das macht zehn.“

[kneteeis:] „Wow, ja. Stimmt.“

 


* Für diejenigen, die unserem Blog nicht regelmäßig folgen: Der große Junge (GJ) lebt mit seiner Mutter (kneteeis) in Hamburg; das große Mädchen (GM) und das kleine Mädchen (KM) leben mit dem kleinen Jungen (KJ), ihrer Mutter (folienstern) und ihrem Vater in Berlin. Alle Projekte, Produkte oder Veranstaltungen, die wir namentlich nennen oder verlinken, erwähnen wir, weil wir sie gut finden; wir erhalten dafür keinerlei materielle Vorteile.

… wie immer gibt es weitere Wochenendblogs mit mehr und weniger Bildern heute Abend ab etwa 21 Uhr bei Susanne Mierau in ihren Blog ‚Geborgen Wachsen‘.

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