#12von12 im April

[Für diejenigen, die unserem Blog nicht regelmäßig folgen: Der große Junge (GJ) lebt mit seiner Mutter (kneteeis) in Hamburg; das große Mädchen (GM) und das kleine Mädchen (KM) leben mit dem kleinen Jungen (KJ), ihrer Mutter (folienstern) und ihrem Vater in Berlin. Dieser Blogbeitrag ist ausnahmsweise nur von den Berlinern.]

[Berlin. Morgens, 9.30h. Großes Mädchen, Vater:] „Kommt Ihr endlich? Wir wollen los!“

[folienstern packt die letzten Sachen ins Leihauto:] „Alles da. Ich nehme noch die Trage für den kleinen Jungen mit, vielleicht brauchen wir die. Kann losgehen.“

[Nach fünf Minuten Fahrt. Kleines Mädchen:] „Wann sind wir da-ha? Ich will zu Oma und Opa!“

[Vater:] „In sechseinhalb Stunden, wenn wir ohne Pause fahren.“

[GM:] „Aber wir machen doch Pause! Auf der Wartburg.“

[Vater:] „Ja, klar. Und vorher essen wir in Jena was.“

1. [Jena: 12:15]

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1. Warten aufs Essen.

[Im Auto, nach dem Essen.]

[KM:] „Wo ist mein Lammi*?“

[folienstern:] „Ohje, das habe ich zuletzt beim Essen gesehen.“

[KM:] „Ich weiß was. Bei Oma und Opa räumen wir das Auto ja aus, da finden wir es bestimmt.“

[folienstern:] „Das ist eine gute Idee. Und jetzt fahren wir erstmal auf die Wartburg.“

2. [Eisenach, 14:20]

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2.  Blick auf die Wartburg

[Auf dem Parkplatz der Wartburg:]

[Vater:] „Da geht’s ja steil rauf. Dann nehmen wir mal die Trage.“

[Auf dem Weg hoch zur Wartburg.]

[Vater:] „Jetzt ist es schon ganz schön spät, wollen wir einfach so gucken?“

[GM:] „Nein!! Wenn ich schon da bin, wo die Lutherstube ist, dann will ich da auch rein gehen.“

[folienstern:] „Dann machen wir die Führung.“

[Vater:] „Aber Fotos brauchen wir nicht, oder?“

[folienstern:] „Ach, doch, mach mal.“*

[GM:] „Boh, sind das viele Stufen.“

[folienstern:] „Du kannst sie ja nachher zählen. Soll ich mal ein Foto von Dir auf der Wartburg machen?“

[GM:] „Okay. Guck mal, da, wo das Kreuz ist, ist bestimmt die Lutherstube.“

[3. – Wartburg, 14:40]

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[folienstern:] „Oh guck mal, da unten kommen Papa und das kleine Mädchen. Dann kann Papa gleich noch ein Foto vom kleinen Jungen und mir auf der Wartburg machen.“

4.-6. [Wartburg, 14:45]

 

[Die Führung beginnt. Der zweite Raum enthält ein Mosaik aus 4 Millionen Teilen, das das Leben der Heiligen Elisabeth darstellt. Der kleine Junge quakt und wird gestillt, das kleine Mädchen tanzt um die Säulen und das große Mädchen hört der Führung zu, die allerdings die Geschichte sehr schnell erzählt.]

[GM:] „Mama, was sind das für Kinder auf dem Bild?“

[folienstern:] „Das sind die Kinder von Elisabeth.“

[GM:] „Und als Elisabeth sich um die Kranken gekümmert hat, wer hat sich dann um ihre Kinder gekümmert?“

[folienstern:] „Hm, das weiß ich auch nicht. Das habe ich mich auch schon gefragt.“

7. [Wartburg, 15:20]

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7. Elisabeth und ihre Kinder

[Kapelle der Wartburg.]

[KM:] „Ich setz mich erstmal neben Dich, Mama. Oh, hier kann ich gar nicht sehen. Wenn’s richtig losgeht, gehe ich vor.“

[folienstern:] „Hier wird aber auch nur erklärt.“

[KM:] „Ach Menno, das ist gemein! Immer nur Reden, Reden, Reden. Nie wird was richtig vorgeführt!“

[Im Sängersaal – Begrüßung mit Musik aus dem Wagners „Einzug in den Sängersaal der Wartburg.“ Der Sängerkrieg wird erklärt.]

[GM:] „Mama, wie war das mit dem, der verloren hat beim Sängerkrieg?“

[folienstern:] „Der sollte gehenkt werden. Also getötet.“

[GM:] „Das ist unfair. Da hätte ich bestimmt, dass der, der das bestimmt hat, ins Gefängnis kommt!“

8. [Sängersaal, Wartburg, 15:35]

[Im Landgrafenzimmer.]

[GM:] „Was ist das für einer, der das neben dem Schmied liegt?“

[folienstern:] „Oh, das ist einer der Landgrafen. Der hatte sich im Wald verirrt und beim Schmied übernachtet und beobachtet, wie der Schmied schmiedet und immer sagt: „Landgraf, werde hart!“ Aber ich weiß nicht mehr, welcher Landgraf das war oder wie der Schmied hieß.“** Und das daneben ist, wie der der die Burg gebaut hat, gesagt hat, „Wart, Berg, Du sollst mir eine Burg werden.“

9. und 10. [Landgrafenzimmer, 15:50]

 

[Am Ende der Führung.]

[GM:] „Jetzt gehen wir in die Lutherstube! Da hab ich mich vorhin wohl geirrt, die ist doch nicht hier, sondern vorne im ersten Burghof.“

[In der Lutherstube.]

[folienstern:]  „Ach, hier ist gar kein Tintenfleck mehr. Ich hätte schwören können, das letzte Mal war der noch da. Komisch. Großes Mädchen?“

[Das große Mädchen ist schon vorgegangen. Als folienstern um die Ecke biegt, sieht sie das kleine Mädchen im Gespräch mit einer Wartburg-Angestellten]

[KM zur Wartburg-Dame:] „Was ist da hinter der Tür?“

[Dame:] „Willst Du mal gucken? Da hat Luther geschlafen.“

[Schließt extra die Tür von Luthers Alkoven auf.]

[GM:] „Ich will auch gucken! Da passt aber kein Bett rein.“

[Dame:] „Die hatten da so Strohsäcke.“ [Schließt wieder zu.]

[KM guckt in die Bibliothek und guckt die nächste geschlossene Tür an:] „Und was ist hier hinter der Tür?“

[Dame schließt auf:] „Das ist unsere Bibliothek. Guck, da nebenan stehen die alten Bücher. Und hier stehen die Bücher, mit denen unsere Mitarbeiter arbeiten.“

[KM:] „Ach so.“ [Geht weiter.]

[KM:] „Und hinter der Tür?“

[Dame schließt auf:] „Da sind unsere Büros.“

[Alle gehen in den Laden.]

[KM:] „Mama, kann ich den Esel haben?“

[GM:] „Mama, ich möchte ein Buch haben.“

[folienstern:] „Über Luther?“

[GM:] „Lieber das hier über Elisabeth.“

11. [Wartburg, Andenkenladen: 16:30]

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Mitbringsel aus der Wartburg.

[Im Auto.]

[KM:] „Wann sind wir endlich da? Es wird schon dunkel! Und wo ist mein Lamm?“

[GM liest in ihrem neuen Buch*** und schluchzt.]

[folienstern:] „Was ist denn?“

[GM:] „Das ist so traurig! Die Gertrud [jüngste Tochter von Elisabeth] hat ihren Vater gar nicht gekannt! Und ihre Mutter nur ganz kurz.“

[folienstern:] „Ja, das ist traurig, nicht?“

[GM:] „Ja. Aber es war sehr nett, dass sich eine Landgräfin um arme Leute kümmert.“

[KM:] „Wo ist mein Lamm? Es wird schon dunkel!“

12. [Süddeutschland, ca. 19:30]

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Es dunkelt.

[Abends bei den Großeltern. Das Lamm ist noch nicht aufgetaucht. folienstern ruft beim Jenaer McD an.]

[folienstern:] „Wir haben heute mittag bei Ihnen wohl ein Kuscheltier verloren. So ein Schmusetuch?“

[Dame am Telefon:] „So eins mit grün-weiß? Das haben wir hier. Das schicken wir Ihnen zu!“

[folienstern:] „Oh, danke schön!!“ *****

[folienstern zum KM:] „Das Lamm war noch beim Restaurant. Die schicken es uns nach Berlin.“

[KM:] „Dann habe ich’s ja jetzt nicht!“

[folienstern:] „Dann nimmst Du erstmal den Esel aus der Wartburg.“

[GM:] „Das ist ein Lösel. Steht drauf.“


* Es handelt sich um das heißgeliebte Lieblingsschmusetuch des kleinen Mädchens.

**  Eine Fotoerlaubnis auf der Wartburg kostet zwei Euro extra. Aber zum Glück hatten wir sie, sonst gäbe es keine #12von12 Bilder, das hatten wir nämlich vergessen!

*** Nachträgliche Recherche: es war die Schmiede zu Ruhla und der Landgraf Ludwig.

**** Philipp und Caroline von Ketteler, Der Ring der Elisabeth.

***** Ein riesengroßer Dank an das McDonald’s an der Autobahn in Jena (Amsterdamerstr. 2, 07747 Jena), fürs Finden und das Entgegenkommen und das Lamm-Verschicken!

#12von12-Blog-Beiträge sind übrigens jeden Monat verlinkt bei draussennurkaennchen, für den heutigen 12. April 2017 auf dieser Seite.

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