zuckerhasen, babylämmchen, eiersuchen

[Süddeutschland*. Karsamstag.]

[Oma:] „Heute kann man im Freilichtmuseum gucken, wie Zuckerhäschen gemacht werden, die mag der Papa doch so gerne. Da können wir hinfahren.“

[folienstern:] „Oh ja!“

[Vater:] „Ich bleib‘ mit dem kleinen Jungen lieber zu Hause.“

[Das große Mädchen, das kleine Mädchen, Oma und folienstern fahren ins Freilichtmuseum.]

[Das kleine Mädchen nach fünf Minuten im Auto:] „Oma, sind wir gleich da-ha?“

[Im Museum. Das erste Haus ist ein „Bauernschloss“.]

[GM:] „Hier würde ich gerne wohnen! Die haben so schöne Tapeten.“

[KM in der Speisekammer:] „Ist das alles echt?“

[folienstern:] „Ja, das könnte man alles essen. Die haben ja früher nicht nur so zum Spaß eingekocht, sondern damit sie im Winter was zu essen hatten.“

[GM:] „So viel?“

[Oma:] „Und guckt mal, das da hinten, damit kann man Butter machen! Da tut man unten die Sahne rein, und dann dreht man an der Kurbel und dann wird’s Butter. So eins hatten wir früher auch in dem Kinderheim, wo ich gearbeitet habe.“

[Im Haus mit Tischlerwerkstatt. folienstern:] „Guckt mal, hier sind so Rechen, bei denen man die einzelnen Zähne dann ersetzen konnte.“

[Oma:] „Das ist doch bei Michel in Lönneberga auch so, da schnitzt Alfred solche Zähne, als er sich in den Daumen schneidet.“

[GM:] „Das ist unheimlich, was dann passiert, wo Michel mit Alfred durch den Schnee zum Arzt muss!“

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Rechen wie in Lönneberga.

[Im Schlafzimmer. GM:] „Das ist ein schönes Schlafzimmer! Das passt alles zusammen.“

[folienstern:] „Mhm. Das hat der Tischler gemacht, von dem auch unten der Schrank ist.“

[GM:] „Sogar mit Kinderbett!“

[folienstern:] „Ja, und guck‘ mal, hier auf dem kleinen Tisch wurden die Kinder gewickelt.“

[GM:] „Hier würde ich auch gerne wohnen.“

Getischlertes Schlafzimmer, ca. 1930

[Im Tischlerhaus gibt es auch einen Keller. KM:] „Ihh, was ist das denn?“

[folienstern:] „Ich glaube, das sind Soleier. So Eier in ganz viel Salz eingelegt. Ach, guck‘ mal, hier steht’s.“

[Oma:] „Die gab’s bei uns auch noch. Wenn man die rausholte, war es ganz eklig glibberig.“

[Oma:] „So, jetzt vespern wir was, und dann geht’s gleich los mit den Zuckerhasen!“

[Nach dem Picknick geht es zur Zuckerhasenherstellung. KM:] „Kann ich einen Hasen haben? Oder lieber drei?“

[folienstern:] „Du kannst zwei Häschen am Stiel haben oder so eine Tüte.“

[KM:] „Am Stiel! Aber drei!“

[folienstern:] „Nein, zwei.“

[KM:] „Na gut.“

[GM:] „Ich nehme eine Tüte.“

[Oma:] „Guckt mal, jetzt ist der Zucker fertig, jetzt gießt er den!“

[folienstern:] „Ach, der wird ja gleich wieder ausgegossen! Und auf den Boden gestellt.“

[GM:] „Jetzt holt er ihn raus!“

[GM:] „Jetzt das nächste Haus! Ich will alles sehen!“

[KM:] „Ja, kommt, weiter!“

[Im Haus von Walters, einem Haus im Zustand vom Ende des 18. Jahrhunderts, bewohnt von Familie Walter. GM:] „Mama, da steht, da sind ganz viele Kinder gestorben! Fünf in neun Jahren!“

[folienstern:] „Oh ja, stimmt. Zwei Mädchen, als sie klein waren, und zwei tot geboren, und dann ist auch noch die Mutter gestorben.“

[GM:] „Das ist gemein.Wieso sind die alle gestorben?“

[folienstern:] „Na, hier steht, dass die manchmal nicht wussten, wie die Kinder richtig zu essen kriegen. Oder sie zu dünn angezogen haben. Oder zu wenig Zeit hatten, sich zu kümmern, weil sie wieder auf dem Feld arbeiten mussten. Ganz schön traurig, nicht?“

[GM:] „Ja. Zum Glück wusstet Ihr das bei kleinen Jungen, wie das mit dem Essen geht!“

[GM, KM:] „Da hinten waren wir noch nicht!“

[In einem Haus von 1509, das bis 1984 noch bewohnt wurde. GM:] „Mama, guck‘ mal, hier ist ein Hefekuchenrezept!“

[KM:] „Und was ist das kleine hier?“

[Oma:] „Da haben die alten Leute gewohnt, wenn die jungen in das Haupthaus gezogen sind. Das hieß das Ausgedinghaus.“

[GM:] „Das ist niedlich, das gefällt mir. Hier würde ich auch gerne wohnen.“

[folienstern:] „Ich glaub, hier im Schlafzimmer war’s im Sommer sehr heiß und im Winter sehr kalt.“

[GM:] „Aber die Betten gefallen mir!“

[KM:] „Jetzt fehlt noch das da hinten!“

[Oma:] „Das ist der Schafstall. Oh guck mal, da steht: ‚Lämmchen sind erst wenige Tage alt. Leise sein und ohne Blitz fotografieren.“

[KM:] „Lämmchen!“

[GM:] „Da drinnen sind noch mehr!“

[KM, GM:] „Und jetzt noch in den Laden! Wir haben doch Geld bekommen!“

[KM:] „Ich nehm das Häschen. Ach nein, lieber das Lämmchen. Ach nein, lieber das Pferd. Ach nein, lieber das Kätzchen.“

[folienstern:] „Okay, bist Du Dir ganz sicher?“

[KM:] „Ja. Nein. Doch lieber das Schwein. Oder nein, lieber das Lämmchen.“

[folienstern:] „Okay. Wirklich?“

[KM:] „Ja, jetzt wirklich!“

[GM:] „Mama, ich möchte den Webrahmen haben!“

[folienstern:] „Dafür reicht aber Dein Geld nicht.“

[GM:] „Hmm. Dann geb ich Dir zu Hause das, was noch fehlt?“

[folienstern:] „Na gut. Und das Zicklein hier nehme ich für den kleinen Jungen, weil er ja im Jahr der Ziege geboren ist.“

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Mitbringsel aus dem Freilichtmuseum.

[Unterdessen in Hamburg. Karstamstag am Abend.]

[GJ:] „Wer versteckt eigentlich die Ostereier? Macht das der Osterhase? Oder machst Du das?“

[kneteeis:] „Was glaubst Du denn?“

[GJ:] „Ich glaube, Du machst das.“

[kneteeis:] „Ah so. Naja, vielleicht hilft mir der Osterhase manchmal. Möchtest Du denn dieses Jahr auch ein paar Eier verstecken?“

[GJ:] „Oh ja – ich verstecke Eier für Dich, und Du versteckst Eier für mich. Und dann schreibe ich noch einen Brief an den Osterhasen – wie im letzten Jahr.“

[kneteeis:] „Gute Idee. Komm‘ wir teilen uns die Zimmer in der Wohnung auf. Wo möchtest Du verstecken?“

[GJ:] „Du darfst zuerst aussuchen. Und ich schreibe dann Schilder, wer wo versteckt.“


[Süddeutschland. Ostersonntag.]

[KM:] „Heute ist Ostern! Ich freu mich so! Wann kommt der Osterhase?“

[folienstern:] „Ich denke, wenn Oma und Opa und das große Mädchen vom Osternachtgottesdienst zurückkommen.“

[KM:] „Oh Mann, noch so lange?“

[Oma, Opa und großes Mädchen kommen vom Osternachtgottesdienst zurück.]

[KM:] „Können wir jetzt suchen? Ja? Bitte, bitte?“

[folienstern:] „Dann mal los. Der Osterhase war im Garten.“

[KM:] „Ich hab‘ einen Schulranzen, ich hab‘ einen Schulranzen! Und eine Federtasche.“

[GM:] „Und jetzt gibt es Frühstück! “

[GM, KM beim Frühstück]: „Aber die Eier bleiben ganz, die sind so schön.“

[folienstern, Oma:] „Wir können sie ja filmen.“


[Unterdessen in Hamburg. Ostersonntag vor dem Frühstück.]

[kneteeis:] „Möchtest Du ein buntes Ei? Heute ist ja Ostern, da könnte ich welche färben.“

[GJ:] „Ich möchte ein Spiegelei. In Sternform.“

[kneteeis:] „Das kann ich aber nicht färben.“

[Etwas später. Der große Junge spielt mit dem Spiegelei auf Toast herum.]

[GJ:] „Oh, jetzt ist mir das Ei heruntergefallen!“

[kneteeis:] „Eine Sternschnuppe! Los, wir können uns etwas wünschen!“

[GJ:] „Aber nicht verraten, sonst geht es nicht in Erfüllung.“


[Hamburg. Ostersonntag, etwas später. Der große Junge und seine Mutter sind zum Vater von kneteeis und folienstern, dem Opi der Kinder, gefahren und sind dort auf dem Weg zum Hauseingang.]

[kneteeis:] „Oh, guck‘ mal! Da vorne an der Lampe liegt ein Osterei! Da lagen früher auch immer welche, als ich klein war!“

[GJ:] „Und da! Noch eins! Im Blumentopf am Eingang!“

[Opi:] „Ich glaube, im Garten hat der Osterhase noch mehr Eier versteckt. Kommt, wir gehen erst suchen, und danach mache ich Tee.“

[Der große Junge sucht Eier. GJ:] „Hier! Und hier! Und da!“

[kneteeis:] „Ich hab‘ noch eins gesehen – Du hast Dir fast den Po dran verbrannt.“

[GJ:] „Wo? Ich sehe nichts – ach da!“

[kneteeis:] „Oh, guckt mal, was ich hier gefunden habe! Das ist zwar kein Osterei, aber auch sehr schön, oder?“

[Opi:] „Oh ja, die habe ich drinnen auch. Aber wenn man sie drinnen aufbewahrt, werden sie nicht so hübsch.“

[GJ:] „Mami, komm‘! Drinnen sind auch noch Ostereier! Fotografier‘ nicht so lange herum!“


* Für diejenigen, die unserem Blog nicht regelmäßig folgen: Der große Junge (GJ) lebt mit seiner Mutter (kneteeis) in Hamburg; das große Mädchen (GM) und das kleine Mädchen (KM) leben mit dem kleinen Jungen (KJ), ihrer Mutter (folienstern) und ihrem Vater in Berlin. Die Berliner Familie ist über die Feiertage bei den Eltern des Vaters in Süddeutschland zu Besuch (mehr über ihre Erlebnisse auf der Fahrt gen Süden hier).

… und wie immer gibt es weitere Wochenendblogs mit mehr und weniger Bildern heute Abend ab 21 Uhr bei Susanne Mierau in ihren Blog ‚Geborgen Wachsen‘.

 

 

 

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