finanzen, frühlingserwachen & familienkonferenz

[Hamburg*. Samstag Morgen.]

[kneteeis:] „So, jetzt gehen wir einkaufen. Ich möchte auch zu Karstadt und eine neue Pfanne kaufen. Die alte geht allmählich kaputt.“

[GJ:] „Können wir auch in die Spielzeugabteilung?“

[kneteeis:] „Meinetwegen. Aber nur zum Gucken. Ich kaufe heute definitiv kein Spielzeug für Dich. Du hattest gerade erst Geburtstag, und nächste Woche ist Ostern, da gibt es bestimmt auch schon wieder irgendetwas.“

[GJ:] „Aber ich könnte mir ja etwas von meinem eigenen Geld kaufen?“

[kneteeis:] „Naja, das ginge natürlich. Weißt Du denn, wieviel Geld Du ausgeben möchtest?“

[GJ:] „Kannst Du noch kurz warten? Dann zähle ich, wieviel Geld ich habe.“

[kneteeis wartet, während der große Junge sein Geld zählt.]

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Geld zählen.

[Hamburg. Samstag Nachmittag.]

[GJ:] „Ich kann mich nicht entscheiden, was ich kaufen möchte.“

[kneteeis:] „Komm‘, wir gucken noch einmal im Internet nach den Preisen für die Sachen, die Dir bei Karstadt so gut gefallen haben.“

[GJ:] „Okay.“

[kneteeis und der große Junge recherchieren Preise im Internet.]

[kneteeis:] „Oh, guck‘ mal! Die Sachen, die Du Dir ausgesucht hast, sind hier alle billige: Zwei sind fast 10 Euro billiger, die andere immerhin 5 Euro billiger.“

[GJ:] „Zeig‘ nochmal, was alles dabei ist.“

[Der große Junge vergleicht ausführlich die Inhalte der Packungen:] „Mami, was würdest Du denn nehmen?“

[kneteeis:] „Hm. Ich würde das Flugzeug nicht nehmen, weil Du schon so viele Flugzeuge hast. Außerdem sind da nicht so viele Sachen dabei. Den Flughafen würde ich vielleicht nehmen, weil da so viele Sachen dabei sind und weil der im Internet viel günstiger ist als bei Karstadt. Oder die Flughafenfeuerwehr – die hast Du noch gar nicht. Die ist aber nur ein bisschen billiger hier.“

[GJ:] „Also, für mich ist das Flugzeug auch an letzter Stelle. Aber wenn wir das bestellen, dann kriege ich das ja nicht gleich, oder?“

[kneteeis:] „Nein. Dann musst Du bis Montag warten.“

[GJ:] „Und wenn wir das bestellen, dann musst Du das doch bezahlen? Das ist ja Dein Computer!“

[kneteeis:] „Nee – wenn wir das bestellen, lege ich das Geld aus, und Du gibst es mir wieder.“

[GJ:] „Wie? Das muss ich dann auch bezahlen? Und dann kriege ich es nicht gleich? Jetzt hast Du mir den ganzen Spaß verdorben.“

[kneteeis:] „Aber die Sachen bei Karstadt müssen die Leute bei Karstadt ja auch erst kaufen. Und dann gibst Du ihnen das Geld dafür.“

[GJ:] „Echt? Ach, ich kann mich nicht entscheiden. Einerseits möchte ich gerne heute schon etwas, andererseits ist es billiger, wenn ich warte…“

[kneteeis:] „Mach‘ doch zwischendurch noch etwas anderes, dabei kannst Du auch überlegen.“

[Etwas später. GJ:] „Jetzt weiß ich’s: Wir bestellen die Feuerwehr im Internet. Und ich gebe Dir das Geld. Ich habe ja jetzt am Wochenende noch genug andere Sachen zum Spielen. Bestellst Du die? Und wie teuer ist die?“

[Der große Junge zählt passendes Geld ab und gibt es kneteeis, die die Bestellung abschickt:] „Und weißt Du was? Weil Du so lange und gut überlegt hast und gar nicht gemeckert, bestelle ich Dir noch diesen kleinen Gepäckwagen dazu. Den hast Du noch nicht, und es gibt ihr hier für 5 Euro. Also quasi für das Geld, was wir gespart haben.“

[GJ:] „Muss ich den auch noch bezahlen?“

[kneteeis:] „Nein. Den schenke ich Dir, weil Du so lange über die Entscheidung nachgedacht hast.“

[GJ:] „Wann kommen die Sachen denn am Montag?“

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Abgezähltes Geld.

[Hamburg. Sonntag beim Frühstück.]

[GJ:] „Mami? Ich mache jetzt einen Film** über unser Frühstück.“

[kneteeis:] „Okay. Darf ich den dann auch für den Blog verwenden?“

[GJ:] „Wenn Du ihn mir vorher noch einmal zeigst.“

[knteeis:] „Okay.“


[Berlin. Sonntag beim Frühstück.]

[folienstern:] „Ich weiß, was ich zum Frühstück esse – von den Schokotäfelchen, die Ihr mir gestern mitgebracht habt, auf Toast!“

[Packt Schokotäfelchen aus.]

[Kleines Mädchen:] „Ich will auch eins!“

[folienstern:] „Klar. Willst Du ein bestimmtes? Guck mal, da sind unterschiedliche Bilder drauf.“

[KM:] „Welche Bilder gibt es denn?“

[Großes Mädchen:] „Ich mag auch eins. Zeig mir mal die Bilder.“

[folienstern:] „Hm, Vogel, noch ein Vogel, Küken, Lamm, …“

[GM:] „Darf ich von jeder Sorte eins?“

[KM:] „Ich auch!“

[folienstern:] „Wie viele Sorten sind es denn?“

[KM und GM zählen:] „Sechs: Küken, Lamm, Vogel, noch ein Vogel, Blume.“

[folienstern:] „Ach, guckt mal, hier ist noch ein großer Schmetterling!“

[KM:] „Dann habe ich fünf Schmetterlinge.“

[folienstern:] „Und der große?“

[KM:] „Oh, sechs!“

[KM:] „Ich heb mir die Papiere auf. Und ess‘ jeden Tag eins. Die Schokolade tue ich in die Kiste von Uroma. Und die Papiere in die Holzdose von Oma.“


[Berlin. Sonntag nach dem Frühstück.]

[folienstern:] „Jetzt machen wir noch eine Familienkonferenz. Wer hat den Vorsitz?“

[GM:] „Mama.“

[KM:] „Aber ich will!“

[GM:] „Dann kann ich aber nichts machen!“

[Vater:] „Du kannst Protokoll führen.“

[GM verschwindet.]

[GM kommt mit einem Heft und Stiften wieder:] „Ich hab nur ein Protokollheft geholt“

[folienstern:] „Dann können wir ja anfangen. Wer hat denn was? Kleines Mädchen, Du musst dran nehmen! Und wer den Elefanten in der Hand hat, darf reden.“

[KM:] „Mama, Du bist dran.“

[folienstern nimmt den Elefanten:] „Ich möchte über Aufräumen und Ordnung sprechen.“

[Vater meldet sich.]

[KM:] „Papa, Du bist.“

[Vater:] „Ich möchte über erstmal selber versuchen sprechen.“

[KM meldet sich:] „Auf dem Boden wird nichts liegengelassen.“

[GM:] „Und wer was ausräumt, räumt es auch wieder ein.“

[folienstern:] „Und es wird nichts mehr abgelegt, sondern gleich weggeräumt.“

[KM:] „Und nichts liegen lassen, was der kleine Junge verschlucken kann!“

[Vater:] „Und Besucherkinder räumen auch weg.“

[GM:] „Jetzt müssen wir noch über Selbermachen reden!“

[Vater:] „Ich wünsch mir, dass Ihr erst selber probiert, was zu schaffen, und dann am besten kommt und Bescheid sagt, wenn Ihr Hilfe braucht. Und nicht gleich ruft.“

[GM:] „Aber wenn ich weiß, dass ich da an die Spiele nicht rankomme? Oder das kleine Mädchen? Das kommt da nicht ran!“

[Vater:] „Dann könnt Ihr kommen und fragen. Aber erst probieren.“

[GM:] „Nicht so schnell, ich muss das alles aufschreiben!“


[Nach der Familienkonferenz]

[GM:] „Ich mal jetzt Mandalas.“

[KM:] „Und ich spiele das Zahlenspiel. Mama, gibst Du mir das bitte?“

[Kleiner Junge: spielt Klavier.]


[Hamburg. Sonntag Nachmittag. Der große Junge kommt von einem Spielplatzausflug mit seinem Vater zurück.]

[GJ:] „Mama, hast Du den Blog schon abgeschickt?“

[kneteeis:] „Nein. Ich habe noch nicht einmal angefangen zu schreiben.“

[GJ:] „Super! Dann kannst Du noch schreiben, wie ich Papas Navi war auf dem Weg von hier zum Spielplatz und dann zum Café. Nur nicht auf dem Weg zurück. Wir sind sozusagen eine Neun gelaufen.“

[kneteeis:] „Okay. Dann muss ich aber noch ein Foto von Deinen dreckigen Füßen machen, sonst haben wir ja keine Bilder dazu.“

[GJ:] „So? Dann sieht man meinen ganzen Körper?“

[kneteeis:] „Dann nimm‘ mal den Kopf runter, damit man Dein Gesicht nicht sieht.“

[GJ:] „Zeig‘ mal! Oh – da sieht man die Füße aber nicht gut. Da musst Du noch eins machen.“

[kneteeis:] „Okay. Und jetzt ab unter die Dusche.“

[GJ, auf dem Weg zur Dusche:] „Mama? Vielen Dank nochmal, dass Du mir noch den Gepäckwagen bestellt hast. Ich freue mich schon so auf morgen!“


[Berlin, Sonntagnachmittag.]

[folienstern:] „Kommt, jetzt hängen wir noch endlich die Ostereier auf, die das große Mädchen und ich letzte Woche gekauft haben!“

[KM:] „Au ja!“

[GM:] „Och nö. Ich will lieber an meiner Bibliothek weiterarbeiten. Hast Du noch Karteikarten für mich, Mama?“

[folienstern:] „Muss ich gucken.“

[Etwas später. KM:] „Komm, Mama, wir wollen die Eier aufhängen! Kann das goldene meins sein?“

[folienstern:] „Okay.“

[KM]: „Und das zweite goldene auch?“

[folienstern:] „Okay.“

[KM:] „Komm schon, Mama, häng mit auf!“

[folienstern:] „Ja, gleich. Ich muss gerade noch Fotos für den Blog machen.“

[KM:] „Gut, ich spiele solange.“

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Vorm Ostereieraufhängen.

[folienstern:] „So, jetzt helfe ich Dir.“

[KM:] „Nicht so, Mama! Du musst das Ei auf die Schippe tun. Und dann ganz vorsichtig dahin tragen. Und dann aufhängen. Guck, so.“


* Für diejenigen, die unserem Blog nicht regelmäßig folgen: Der große Junge (GJ) lebt mit seiner Mutter (kneteeis) in Hamburg; das große Mädchen (GM) und das kleine Mädchen (KM) leben mit dem kleinen Jungen (KJ), ihrer Mutter (folienstern) und ihrem Vater in Berlin.

** Seit ein paar Tagen haben die Hamburger die neue Apple-App „Clips“ auf ihr Telefon geladen und spielen damit herum. Natürlich haben wir auch dieses Mal gar nichts davon, dass wir das hier erwähnen, sondern wir finden die App einfach lustig. Und die Schokolade von den Berlinern war auch nicht gesponsert.

… und wie immer gibt es weitere Wochenendblogs mit mehr und weniger Bildern bei Susanne Mierau in ihren Blog ‚Geborgen Wachsen‘.

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