geburtstag in indien

am

[Bylakuppe, Südindien*. Samstagmorgen, 6:30 Ortszeit.]

[GJ:] „Ich konnte gar nicht schlafen vor lauter Aufregung!“

[kneteeis:] „Naja, jetzt ist es halb sieben. Jetzt kannst Du gucken, ob der Geburtstagsmann es bis nach Indien geschafft hat.“

[GJ:] „Au ja!“

[kneteeis:] „Wo ist denn die Taschenlampe?“

[GJ:] „Wieso?“

[kneteeis:] „Das Licht geht wieder mal nicht. Und im Dunkeln kannst Du wohl kaum Deine Geschenke auspacken, oder?“

[Etwas später.]

[GJ:] „Wow, so tolle Geschenke! Und ich habe jetzt eine eigene Video-Kamera! Jetzt kann ich meine Filme selbst drehen und muss nicht immer Dein Telefon ausleihen!“

[kneteeis:] „Wir gucken nachher, wie sie funktioniert, und dann kannst Du sicher heute im Laufe des Tages schon ein paar Filme machen. Jetzt ist erst einmal Frühstück an der Reihe.“

[GJ:] „Was gibt es denn?“

[kneteeis:] „Ich schätze, was es jeden Tag gab. Eier vermutlich, und vielleicht noch indisches Brot?“

[GJ:] „Hmmm, leckeres Geburtstagsfrühstück!“


[Bylakuppe, Südindien. Samstagmittag Ortszeit.]

[kneteeis:] „Ah, guck‘ mal! Da kommt der Mönche, der mit uns die Klostertour macht.“

[GJ:] „Nehmen wir ein Tuktuk?“

[kneteeis:] „Ich denke schon.“

[Etwas später im Kloster Sera Jey.]

[GJ:] „Gehen wir als erstes in den Tempel?“

[kneteeis:] „Klar. Zieh‘ Deine Schuhe aus und geh‘ vor – die Tür ist offen.“

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Sera Jey, Bylakuppe, Indien.

[Etwas später unterwegs.]

[GJ:] „Woher weiß man eigentlich, wer eine Wiedergeburt von einem Rinpoche ist?“

[kneteeis gibt die Frage an den Mönch weiter und übersetzt die Antwort:] „Oft gibt die vorige Wiedergeburt Hinweise, wo man suchen muss. Und dann machen sich alle möglichen Khenpos und Rinpoches auf den Weg und suchen nach dem Kind. Manchmal finden sie auch mehrere. Dann machen sie alle möglichen Tests, um herauszufinden, ob es wirklich die richtige Wiedergeburt ist. Und später erkennt man das oft daran, dass die Wiedergeburt Dinge genau so macht, wie die vorige Wiedergeburt.“

[GJ:] „Was denn zum Beispiel?“

[kneteeis gibt die Frage an den Mönch weiter und übersetzt die Antwort:] „Die Wiedergeburt von unserem Rinpoche hat zum Beispiel schon mit 2 Jahren genau dieselben Ritualgegenstände in die Hand genommen und genauso bewegt, wie die vorige Wiedergeburt.“

[GJ:] „Naja, das könnte ja auch Zufall sein.“

[kneteeis:] „In der Tat.“

[GJ:] „Und woher weiß man eigentlich, dass die erste Wiedergeburt jemand wichtiges ist? Da gibt es ja noch keine vorige Wiedergeburt.“

[kneteeis:] „Das fragen wir nachher im Kloster den Khenpo.“


[Bylakuppe, Südindien. Samstagabend Ortszeit.]

[Freundin per WhatsApp an kneteeis:] „Kommt Ihr runter? Wir sind schon alle im Auto!“

[kneteeis:] „Oh je, ja! Wir dachte, Ihr kommt nochmal hoch!“

[Etwas später im Restaurant.]

[GJ:] „Haben die hier heiße Schokolade?“

[kneteeis:] „Bestimmt.“

[Etwas später. GJ:] „Alle anderen haben schon etwas zu trinken, nur ich nicht. Das ist gemein!“

[Freund:] „In Nepal sagt man: ‚Wenn Du vorher ungeduldig warst, dann lernst Du in Nepal, geduldig zu sein. Und wenn Du vorher geduldig warst, dann lernst Du, ungeduldig zu sein'“.

[Etwas später. GJ:] „Gibt es bald Essen? Ich habe Hunger!“

[Noch später.]

[kneteeis:] „Der große Junge wollte vorhin übrigens wissen, wie man die erste Wiedergeburt von einem Rinpoche erkennt.“

[Freund:] „Naja, zuerst muss ja ein Rinpoche wichtig sein, und dann sucht man nach einer Wiedergeburt. Wenn Du also zum Beispiel später einmal wichtig wirst, dann könnte man danach nach einer Wiedergeburt vom großen Jungen suchen, und dann bist Du quasi nachträglich die erste Wiedergeburt.“

[GJ:] „Ich gehe noch ein paar Fotos mit meiner neuen Kamera machen.“

[Kurz darauf. kneteeis:] „Großer Junge! Komm‘ mal her!“

[GJ:] „Wow! Was für eine tolle Torte!“

[kneteeis:] „Du darfst die Kerzen auspusten, und dann darft Du sie anschneiden.“


[Bylakuppe, Südindien. Samstagabend Ortszeit.]

[GJ:] „Jetzt kann ich ja noch einmal Geschenke auspacken!“

[kneteeis:] „Ja, Du bist viellicht ein Glückspilz!“

[GJ:] „Guck‘ mal! Ein eigenes Sitzkissen für mich! Und ein Rucksack! Und ein Notizbuch und ein schönes Täschchen. Und ein T-Shirt mit Gebetsmühlen, und eine Schneekugel mit dem Mount Everest. Und eine japanische Zahnbürste!“

[kneteeis:] „Wow, toll! Wie gut, dass unsere Tasche beim Herflug nicht ganz voll war. Jetzt aber ab ins Bett.“

[GJ:] „Ich möchte noch nicht schlafen. Das war so ein schöner Geburtstag. Ich möchte noch nicht, dass der zuende ist.“

[kneteeis:] „Wir können uns ja noch darüber unterhalten, was wir alles erlebt haben, okay?“

[GJ:] „Okay.“


[Bylakuppe, Südindien. Sonntagmorgen.]

[kneteeis:] „Komm‘, jetzt haben wir alles gepackt. Jetzt können wir noch eine Runde durch’s Kloster machen.“

[GJ:] „Au ja!“

[kneteeis:] „Gehen wir noch einmal in den goldenen Tempel?“

[GJ:] „Okay. Und dann noch einmal zu den Gebetsmühlen.“

[kneteeis:] „Okay. Also los.“

[GJ:] „Ich habe auch schon einen Film von unserer Zimmertür gemacht, zur Erinnerung.“

[kneteeis:] „Toll. Ich mache dann auch noch ein Foto von Dir vor der Tür.“


[Madikeri, Südindien. Samstagnachmittag.]

[GJ:] „Boah, ist das ein tolles Hotel! Darf ich als erstes in den Pool?“

[kneteeis:] „Klar, schwimm‘ los!“

[GJ:] „Ich zieh‘ mich schnell um, und dann schwimme ich!“

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Pool.

[Madikeri, Südindien. Sonntagabend.]

[kneteeis:] „Nanu? Wer klingelt denn da an unserer Zimmertür?“

[GJ:] „Woher soll ich das wissen?“

[kneteeis öffnet die Tür. Hotelangestellter:] „Wohin darf ich den Geburtstagskuchen stellen?“

[kneteeis:] „Wow – noch ein Kuchen! Großer Junge, guck‘ mal!“

[GJ:] „Wow! Ich glaube, ich schaffe heute Abend keinen Kuchen mehr. Aber wir können ihn ja aufheben. Und da ist noch eine Kerze, da kann ich mir noch etwas wünschen!“

[kneteeis:] „Dann los!“


* Für diejenigen, die unserem Blog nicht regelmäßig folgen: Der große Junge (GJ) lebt mit seiner Mutter (kneteeis) in Hamburg; das große Mädchen (GM) und das kleine Mädchen (KM) leben mit dem kleinen Jungen (KJ), ihrer Mutter (folienstern) und ihrem Vater in Berlin. In den Hamburger Frühjahrsferien sind kneteeis und der große Junge in Südindien unterwegs. Alle Projekte, Produkte oder Veranstaltungen, die wir namentlich nennen oder verlinken, erwähnen wir, weil wir sie gut finden; wir erhalten dafür keinerlei materielle Vorteile.

… wie immer gibt es weitere Wochenendblogs mit mehr und weniger Bildern bei Susanne Mierau in ihren Blog ‚Geborgen Wachsen‘.

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